Erste Hilfe

Erste Hilfe

Hier ein paar Tipps, die mir in absoluten Notsituationen geholfen haben, wenn mein „Histaminfass“ übergelaufen und meine Haut förmlich explodiert ist. Ich weiß, wie einen eine akute Reaktion so in den Wahnsinn treiben kann, dass man vor lauter Schmerzen und Panik am liebsten aus dem Fenster springen will. Außerdem was du tun kannst, wenn du eine akute Reaktion mit der Verdauung auf ein unverträgliches Nahrungsmittel hast.


Histaminreaktion

Vitamin C

Es ist einfach der Hammer. Bei einer akuten Histaminreaktion (am meisten hilft es bei mir bei einer IgE-vermittelten Histaminreaktion, also einer allergischen Reaktion oder bei zuviel Histamin im Essen, oder der Bildung von körpereigenem Histamin, allerdings nicht bei allen Liberatoren, da dort vermutlich oft noch andere Entzündungsmediatoren im Spiel sind. Bei einer Reaktion auf Fruktose oder Citronensäure hilft es bei mir leider fast nicht) nimmst du eine höhere Dosis Vitamin C ein und die Reaktion legt sich teilweise schon innerhalb von Minuten. Bei mir sehe ich es direkt auf der Haut, wenn sich Quaddeln gebildet haben oder eine starke, brennende Rötung, sei es durch Schwitzen, als Reaktion auf ein Nahrungsmittel oder ein äußeres Allergen. Es sollte aber auch helfen bei allen anderen Histaminreaktionen wie Flush, akuter Müdigkeit, Kopfschmerzen (wird allerdings oft durch andere Entzündungsmediatoren oder biogene Amine ausgelöst), Übelkeit… Vitamin C wird auch gegen Seekrankheit eingesetzt, die durch Histaminausschüttung im Innenohr hervorgerufen wird.

Wirkungsweise: Ascorbinsäure zerstört den Imidazolring des Histaminmoleküls und sorgt für geringere Bildung aus Histidin durch Hemmung des Enzyms Histidin-Decarboxylase. Die Wirkungsweise ist umgekehrt proportional, das heißt, je höher die Dosis Ascorbinsäure, desto weniger Histamin im Blut (1).

Wie du es einnimmst: Der Dünndarm kann leider nur eine sehr begrenzte Menge an Vitamin C auf einmal aufnehmen, der Überschuss gelangt in den Dickdarm und kann dort zu Problemen führen. Ich würde deswegen nie mehr als 500 mg auf einmal einnehmen, eher weniger. Lieber einmal pro Stunde eine kleine Dosis einnehmen, bis zu 2 g pro Tag. Sei vorsichtig mit Ascorbinsäure, sie wirkt sehr reizend auf den Darm, da sie stark sauer ist, während das Darmmilieu basisch ist. Bei mir hat sie die übelsten Blähungen meines Lebens verursacht, ich dachte wirklich, in mir verrottet irgendwas. Interessanterweise hat sie trotzdem eine gute Wirkung auf die Histaminreaktion gezeigt. Am besten nimmst du es zusammen mit einer Mahlzeit ein, das verlangsamt die Passage durch den Verdauungstrakt, der Magen ist geschützter und die Säure ist sogar förderlich bei der Verdauung (in kalte Speisen oder Getränke gemischt ergibt es eine schön säuerliche Note). Kaufe dir am besten das reine Pulver ohne irgendwelche Zusatzstoffe, gibt’s auch in der Apotheke für 2,50 Euro. Hier Ascorbinsäuretabletten gewonnen aus Tapioka, für die, die normale Ascorbinsäure nicht vertragen. Ich hatte außerdem ein Präparat zusammen mit Quercetin (ein Bioflavonoid), was die Aufnahme verbessert und auch selbst antientzündlich wirkt. Darmschonender ist Vitamin C in der Form von Calzium-Ascorbat, das neutral ist. Aber auch hier würde ich keine zu großen Mengen auf einmal aufnehmen, denn was bringt es, wenn der Großteil wieder ausgeschieden wird. Edit Januar 2016: Mein Darm hat sich inzwischen wohl soweit regeneriert, dass ich jetzt auch größere Dosen vom Darm her ohne die geringsten Probleme vertrage (und wahrscheinlich auch mehr aufnehme. Einmal habe ich es dann aber stark übertrieben und sogar eine negative Reaktion mit der Haut gehabt, ohne Darmsymptomatik, also hier auch wie bei allen: Vorsichtig sein, denn die Dosis macht das Gift!). Außerdem habe ich das Gefühl, dass nur die Form von Ascorbinsäure diesen auffällig guten Effekt auf mich hat, hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?

Wenn du wirklich darmschonend vorgehen und schnell große Fortschritte mit deiner Gesundheit machen willst, solltest du dir Vitamin C bei deinem Arzt oder Heilpraktiker mehrmals als Infusion geben lassen, ist aber natürlich nichts für eine akute Situation und leider nicht ganz billig. Billiger kommst du weg, wenn du dir die Infusionslösung selbst besorgst. Günstiger als in der Apotheke bekommst du das sehr hochwertige Pascorbin auf Amazon. Damit gehst du dann zu deinem Hausarzt, der es dir in einer Kochsalzlösung verabreicht. Drucke ihm am besten die angegebene Literatur aus, um dir eine unnötige Diskussion zu ersparen. Ein guter Arzt ist offen für Weiterbildung und neueste Forschungsergebnisse. Erkläre einfach ausführlich, worum es geht und versuche ihn für diese medikamentenlose Behandlungsmethode zu begeistern. Keine Selbstexperimente ohne ärztliche Aufsicht!!!

(1) Hagel, Alexander F., et al. „Intravenous infusion of ascorbic acid decreases serum histamine concentrations in patients with allergic and non-allergic diseases.“ Naunyn-Schmiedeberg’s archives of pharmacology 386.9 (2013): 789-793.


Kälte

Kälte sorgt dafür, dass sich Immunzellen, wie z.B. Mastzellen, stark beruhigen und sich Entzündungen zurückbilden. In der Rheumatherapie wird Kälte, z.B. in Form von Kältekammern (bis zu minus 110°C!), eingesetzt, und die Patienten sind dann für eine Weile fast beschwerdefrei. Wenn sich bei mir nach Überhitzung, z.B. durch Sport, brennende Bläschen oder Quaddeln in den Armbeugen oder am Hals gebildet haben, habe ich mir immer ein in ein Küchentuch gewickeltes Kühlpad /-akku auf die Stelle gelegt, und es hat gut geholfen. Was auch hilft, ist die gesamte Körpertemperatur runterzufahren, also Klimaanlage an oder einen Kühlakku unter die Füße und auf die Handgelenke. Kaltes Wasser hilft auch! Schwimmen im kühlen See, Kneippgänge und der Klassiker, kalte Dusche. Zumindest ein kühles Finish nach einer warmen Dusche kann schon helfen. Auch ist es wichtig, nicht gerade von den eiskalten Temperaturen in die heiße Wanne zu springen, auch dann fing meine Haut früher regelrecht an zu schreien (Pusteln, Quaddeln). Die Hitze sorgt für Gefäßerweiterung und mit den Botenstoffen werden auch immer entzündungsfördernde Stoffe wie Histamin ausgeschüttet. Du hast vielleicht auch schon den Effekt des „Flush“ erlebt. Am besten, du beginnst, dich nach und nach an kalte Duschen zu gewöhnen, denn dann ist das eine sehr gesunde, immun- und herzkreislaufsystemstärkende Maßnahme!


Haut

Heilende Bäder

Natron ist wirklich ein Allrounder, ich empfehle dir, mal nach den zahllosen anderen  Anwendungsmöglichkeiten zu googeln. Auch wenn ich es nicht mehr für Akutsituationen brauche, habe ich es doch immer in großen Mengen im Haus. Für deine Haut kannst du es verwenden, um dir ein basisches Bad zu bereiten. Es neutralisiert akute Entzündungen von Ausschlägen und tut den meisten auch bei akuten offenen und nässenden Stellen gut. Fang am besten mal mit einem gehäuften Esslöffel auf eine Badewanne an und schau, ob du es verträgst. Wenn ja kannst du dich langsam auf zwei Tassen für eine Badewannenfüllung steigern. Du solltest mindestens eine Stunde in dem Bad bleiben. Die meisten beschreiben ihre Haut als angenehm weich danach. Du kannst es auch gerne mit Totem Meersalz oder Magnesiumsulfat kombinieren und es bis zu täglich anwenden. Ich habe mir auch schon bei sehr schlimmen Reaktionen eine dünne Paste aus purem Natron mit Wasser angerührt und es direkt auf die betroffene Stelle geschmiert. Denk aber dran, dass das nur eine Erste-Hilfe Anwendung ist, in deinem Körperinneren tobt trotzdem weiterhin eine starke Entzündung, die deinen Körper belastet und für die du die Ursache finden und abstellen solltest! Cremen kann ich höchstens mal bei akut unerträglich trockener Haut empfehlen (und dann auch nur absolut schonende Naturkosmetik mit möglichst wenig Inhaltsstoffen), niemals bei offenen, entzündeten Stellen. Du tust deiner Haut und dem ganzen Körper den größten Gefallen, wenn du sie frei atmen lässt und Reaktionen nicht versuchst zu unterdrücken. Es hat schon seinen Grund, warum dein Körper diese Reaktion zulässt.

Wenn du an infizierten (Staphylococcen, sorgen für ständige Mastzelldegranulierung durch Endotoxin) Ausschlägen leidest, musst du evtl. härtere Maßnahmen ergreifen, damit deine Haut heilen kann. Im Allgemeinen werden Bäder mit verdünnter Chlorbleiche (1 Tasse pro Badewanne) empfohlen. Ich halte dies aber für sehr belastend für den gesamten Körper und würde empfehlen, es zunächst mit schonenderen Maßnahmen zu versuchen, wie Natron- oder Essigbäder (z.B. Apfelessig, 0,5-1 Liter), auf die du 15 Tropfen Teebaumöl (wirkt gegen Bakterien und Pilze; Apotheke, Reformhaus) gibst. Bitte kein Cortison auf infizierte Stellen, das würde dein Immunsystem nur noch mehr unterdrücken!!

Wenn die Infektion abgeklungen ist, kannst du zur Heilungsförderung dem Bad Weihrauchöl hinzugeben.

Edit: Den einzigen bewiesenen Nutzen von den sogenannten Entgiftungsbädern (Apfelessig, Natron), den ich bisher finden konnte war, dass sie sehr gut Detergenzienrückstände von der Haut entfernen und so die Barriere schützen. Außerdem dürften sie korrigierend auf die Hautflora wirken.


Darm

Einlauf

Ok, ich hoffe ich verliere dich an dieser Stelle nicht. Aber stell dir vor, dein Bauch wird plötzlich hart wie Stein und aufgebläht und du hast Schmerzen, als ob es deine Eingeweide zerfetzen würde und du kannst nichts mehr tun als heulend in Agonie auf der Seite zu liegen. Oder du kriegst die schlimmsten Blähungen, dass du denkst, es zerreißt dich und irgendwas ist da in deinem Inneren gestorben. Wer an Laktoseintoleranz oder Fruktosemalabsorbtion leidet, weiß wovon ich spreche, aber auch Histamin kann auf diese Weise im Darmtrakt wirken. Da ich bereits wöchentlich zur Colon-Hydrotherapie ging, was mit über einer Stunde Fahrt für eine Strecke für mich verbunden war, war es kein großer Schritt für mich. Das Prinzip ist sehr einfach. Du isst etwas, es wird nicht (vollständig) im Dünndarm aufgenommen, es gelangt weiter in den Dickdarm, wird dort von den Darmbakterien zersetzt, wobei unangenehme Gase entstehen. Diese diffundieren zum Teil auch in deinen Blutstrom, dieser geht zur Leber, sie wird überlastet, in den folgenden Tagen verschlimmert sich dein Ausschlag oder deine Akne. Warum sich selbst so etwas antun, wenn man sich schnell Abhilfe verschaffen kann. Es ist wirklich einfach und es hat mich schon ein paar Mal innerhalb von einer halben Stunde von heulend auf der Couch liegen und vor Schmerzen keinen Schritt laufen können zu fröhlich frei in der Wohnung rumspringen gebracht (kein Witz, so befreiend fühlt sich das an!). Natürlich gilt auch hier herauszufinden, was du nicht verträgst und es von Anfang an zu vermeiden, aber ich weiß, Fehler passieren leider. Einlaufset


Ätherische Öle

Einzelne Tropfen bestimmter 100%ig reiner ätherischer Öle (es sollte wirklich eine hohe Qualität sein, am besten kein Geld sparen und ins Reformhaus gehen, sie halten sich ja lange) in einem Esslöffel mit Olivenöl verdünnt (das Olivenöl wirkt ebenfalls aufgrund seines hohen Salicylatgehalts gut gegen Schmerzen) eingenommen können bei akuten Bauchschmerzen, Blähungen und Krämpfen entspannend auf den Verdauungstrakt wirken. Hierbei bieten sich an: Fenchel, Ingwer und Pfefferminze. Natürlich kannst du auch einen Fenchel-Anis-Kümmel-, Ingwer- oder Kamillentee trinken, die ätherischen Öle hast du aber direkt zur Hand. Fange am besten mit einem einzelnen verdünnten Tropfen an, wenn du dir unsicher bist, wie du es verträgst. Sie sollen aber im Allgemeinen sehr heilsam für den Darm sein.


Aktivkohle

Aktivkohle gehört bei jedem Urlaub zu meiner Notfallapotheke. Sie wird in erster Linie eingesetzt bei Nahrungsmittelvergiftungen und Durchfällen. Und woher kommen die in erster Linie? Richtig, von Histamin und anderen biogenen Aminen, wie Putrescin, Cadaverin und Spermidin, die bei Verderbnis und Reifung von Lebensmitteln entstehen. Aktivkohle kann deswegen unter Umständen da helfen, wo Vitamin C versagt, da dieses nur speziell auf Histamin wirkt. Ich habe mit Aktivkohle schon akute Durchfälle und Bauchweh nach Verzehr von bereits aufgetautem Fisch oder Bacon sehr schnell in den Griff gekriegt. Auch bei Migräne und Schlafproblemen kann Aktivkohle helfen, je nach Ursache. Aktivkohle besteht zu fast 100% aus reinem Kohlenstoff, eine Unverträglichkeit gegen sie ist demnach äußerst unwahrscheinlich. Trotzdem wie immer vorsichtig anfangen und austesten. Bei einer starken Lebensmittelvergiftung wird sie in großen Mengen vom Krankenhaus verabreicht, deswegen kannst du bei Bedarf ohne Bedenken mal einen ganzen Blister nehmen. Sie wirkt, indem sie durch ihre gitterartige Molekularstruktur Giftstoffe wie ein Schwamm an sich bindet (adsorbiert), sodass sie über den Darm ausgeschieden werden können.


 

One thought on “Erste Hilfe

  • 5. März 2017 at 7:58
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