Fatbombs

Machbar als: Antihistamin, fruktosearm, laktosefrei & milchfrei, nussfrei, eifrei, glutenfrei, ketogen, lowcarb, vegan, paleo, hefefrei, salicylatarm

Wie du vielleicht schon bei meinen anderen Rezepten festgestellt hast, sind haargenaue, auf den Gramm bestimmte Rezepte eher nicht so mein Stil, ich liefere lieber Konzepte und Inspiration.

Heute eine Kleinigkeit für zwischendurch, um die Lust nach etwas Besonderem und das absolut menschliche Bedürfnis nach Genuss zu befriedigen, und dabei den Blutzucker stabil zu halten. Ich spreche von FATBOMBS („Fettbomben“). Sie sind die ideale Ergänzung für Zwischendurch für Personen vom metabolischen Typ: Fett- und Proteintyp, bei denen reine Kohlenhydratsnacks schnell mal zu einem unangenehmen Blutzuckercrash führen, und die deswegen eine Lowcarb- oder sogar ketogene Ernährung vorziehen.

Starke Blutzuckerschwankungen sind nicht nur sehr unangenehm und führen zu Spannungen in der Beziehung (Jaa, ich weiß, wovon ich rede, Asche auf mein Haupt!^^), sondern sind entzündungsfördernd und insbesondere ungesund für unser Gehirn, das keine Glukosevorräte bilden kann (im Gegensatz zu unseren Muskeln, die Glykogen einlagern). Neben Glukose kann unser Gehirn allerdings einen weiteren Treibstoff nutzen, nämlich FETT, vielmehr die daraus gebildeten Ketonkörper, und das sogar mit weitaus weniger schädlichen Nebenprodukten als bei der Kohlenhydratverwertung.

Dass Fett nicht fett macht und unsere Arterien nicht verstopft, sollte hoffentlich inzwischen ins Allgemeinwissen durchgedrungen sein, auch dass das Kalorienkonzept aus biologischer Sicht keinen Sinn macht. Wir sind keine Maschinen, bei uns kommt noch ein komplexes Hormonsystem ins Spiel. Wer mehr wissen möchte…

Vielmehr brauchen unsere Körperzellen, auch unsere Mastzellen, stabiles „Baumaterial“, um gut zu funktionieren. Die aus Lipiden bestehende Zellmembran ist der wichtigste Ort der Kommunikation unserer Zellen! Viele Experten sind sich inzwischen einig, dass die Omega-6-fettsäurenreiche Ernährung (sogenannte „gesunde“ mehrfach ungesättigte Pflanzenöle wie Sonnenblumenöl, Distelöl, Sojaöl, Erdnussöl,…), die ab Mitte des 20. Jahrhunderts stark zunahm, einen großen Anteil an der Epidemie an Zivilisationserkrankungen trägt.

Die oberen FATBOMBS habe ich mit rotem Palmöl, Kakaobutter, Erythrit und Kokosraspeln gemacht, die unteren mit Kokosöl, Kokosmus, Maca und Himbeerpüree (nicht geeignet bei großer Empfindlichkeit gegen Citronensäure, bei mir gehts inzwischen wieder besser).

 

Die Herstellung von Fatbombs ist denkbar einfach.

 

Du brauchst:

 

Ca 1/2 bis 1/3 des Volumens für deine Fatbombmasse sollte aus aus gesättigten Fetten bestehen (die der Körper gut verwerten kann und die bei Zimmertemperatur oder niedriger fest werden). Nutze (eventuell eine Mischung aus):

  • Ghee (salicylatfrei)
  • Butter (salicylatfrei)
  • Kokosöl (das von Dr. Goerg ist besonders hochwertig in der Herstellung und empfehlenswert bei schimmelempfindlichen Personen)
  • Kokosmus
  • rotes Palmöl
  • Kakaobutter (vorsicht, enthält das biogene Amin Tyramin, auf das manche empfindlich reagieren. Ich reagiere auf ältere Kakaobutter; unbedingt im Kühlschrank und nicht zu lange lagern!)

 

Das „besondere Etwas“ erhalten deine Fatbombs durch die geringe Dreingabe der besonderen Zutaten, je nach Geschmack, Verträglichkeit, gewünschter Farbe…

  • Frisches Beeren-/ Fruchtpüree (eher geeignet im Sommer, da wir dann insulinsensitiver sind und wir von unserer Biologie einfach am meisten auf den Verzehr von Obst ausgelegt sind)
  • Püriertes Trockenobst
  • Süßungsmittel wie Dattelsirup, Reissirup, im Winter eher Stevia und Erythrit
  • Matcha, Moringapulver
  • Maca Pulver (wirkt entspannend, hilft die Sexualhormone in die Balance zu bringen)
  • gemahlene Erdmandel
  • Mandelmus
  • Kokosraspeln
  • Rohkakaosplitter
  • reines Kakaopulver
  • Carobpulver (als Kakaoersatz)
  • etwas Ingwer (lässt sich gut mit der Knoblauchpresse ausdrücken)
  • eine Prise Kurkuma
  • Vanille (aus einer Schote)
  • Zimt (blutzuckerstabilisierend)
  • geriebene Bio-Zitronenschale (sehr Vitamin-C reich, reich am antientzündlichen Quercetin, histaminabbauend; citronensäurearm)
  • Etwas Vitamin C-Pulver (säuerliche Note)
  • ein Tropfen Pfefferminzöl (am besten in etwas MCT-Öl verdünnt; vorsicht, niemals unverdünnt in Mund oder auf die Haut bekommen, brennt, reizt) oder Fenchelöl (schmeckt wie Anis), beides verdauungsfördernd. Alternativ kannst du natürlich auch frische Kräuter verwenden.
  • Für Extraprotein: Glutaminpulver (für eine gesunde Darmschleimhaut)
  • Oder: Kollagenpulver (gut für Knochen, Haut, Bindegewebe, Immunsystem)
  • Eine Kapsel der Probiotika, die du verträgst. Helfen beim Verdauen der Kohlenhydrate
  • Prise Meersalz

 

Im Sommer schmelzen die Fette bei mir in der Dachwohnung schon von alleine, ansonsten in einem Topf auf warmer (nicht zu heißer) Herdplatte oder im Thermomix bei 70°C nachhelfen. Immer rühren und nicht anbrennen lassen! Wenn das Fett flüssig ist, übrige gewünschte Zutaten beifügen, schnell mit Gabel oder Schneebesen umrühren und mit kleinem Löffel in die Silikonförmchen umfüllen. In den Kühlschrank oder ins Gefrierfach stellen. Nach Aushärten aus der Form lösen und in einer Tupperbox weiterhin im Kühlschrank oder Gefrierfach aufbewahren für einen erfrischenden Snack zwischendurch.

Vorsichtig herantasten, wieviel du gut verdauen kannst, ohne dass dir übel wird!! Der leckere Geschmack kann leicht zu übermäßigem Verzehr verleiten. An einen hohen Fettverzehr muss sich der Körper allerdings erst gewöhnen. Kann aber gut ergänzend gegessen werden, wenn man einen Kohlenhydratsnack isst. Bei sehr warmem Wetter leider nicht geeignet zum Mitnehmen, außer in einer Kühltasche.


Noch ein letzter Tipp: Das Gesündeste für Darm und Leber ist es, soweit möglich auf Snacken zu verzichten und die Hauptmahlzeiten so zu gestalten, dass sie es einem ermöglichen, 4-6 Stunden bei stabilem Energielevel zu überbrücken. Doch ich weiß, dass dies in Zeiten größerer Belastung nicht immer so funktioniert, wie man es gerne hätte, auch je nach körperlicher Kondition oder bei sehr heißem Wetter sind große Mahlzeiten manchmal nicht möglich. Und da ist ein solcher Snack allemal die willkommenere und gesündere Alternative.

Schreibe mir gerne, welche Varianten dir am besten geschmeckt haben! =)

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