Mein Besuch auf dem Abschluss-Live-Event des Institute for the Psychology of Eating in Denver

Nun war es soweit. Nach einem Dreivierteljahr intensiver Ausbildung über Fernstudium am Institute for the Psychology of Eating fand der krönende Abschluss statt: Ein viertägiger Live-Workshop in Denver, Colorado.

In diesem Beitrag möchte ich mit dir einige meiner wichtigsten Lehren und Erkenntnisse dieses Workshops teilen.

Dies würde meine bisher weiteste Reise werden. Ganz am Anfang des Trainings wurde uns die Frage gestellt, ob wir uns für das Live-Event anmelden wollten. Damals sah ich mich noch nicht als eine Person, die so etwas machen könnte. Aber ich wusste: Ich habe ein Dreivierteljahr Zeit zu wachsen und zu der Person zu werden, die es kann, die den Mut und die Kraft besitzt! Ich muss mir nur ein konkretes Ziel stecken. Ich habe schon mehrfach zuvor das Wunder erleben dürfen, wie man das scheinbar Unmögliche schaffen kann, wenn man nur seinen Geist dafür öffnet und sein Streben darauf ausrichtet. Und so sagte ich zu.

Durch das Training hatte ich über die Internetcommunity Kontakte aus aller Welt bekommen und schon tollen, virtuellen Austausch gehabt. Nun würde ich die meisten dieser wunderbaren Menschen endlich persönlich kennen lernen können! Und das Aufregendste: Ich würde meine Lehrer und Mentoren Marc David und Emily Rosen in Persona treffen!


Marc David ist der Gründer des Instituts, der weltweit führenden Schule auf dem Gebiet der Ernährungspsychologie. Er hat eine schillernde Lebensgeschichte mit vielen Höhen und Tiefen hinter sich, in der ich viele Parallelen zu meiner eigenen Geschichte finde. Er hat selbst mittels Ernährungsumstellung (aus eigenem Antrieb als Kind!) Autoimmunprobleme, Reizdarm, Asthma und Allergien besiegt und beide Eltern an Krebs verloren. Er war als Kind ein starker Stotterer und bezeichnet sich als introvertiert, aber als „People Person“. Er hat einen Mastertitel in Psychologie und hat unter anderem im Bereich klinische Ernährung und für die Nahrungsergänzungsmittelindustrie gearbeitet. Er war außerdem Consultant für viele namenhafte Firmen wie Walt Disney und Johnson & Johnson und ist Bestseller Autor, Sprecher, Lehrer und Coach. Er hat eine besonders tiefsinnige, aber auch direkte und humorvolle Art.

Emily Joy Rosen ist Künstlerin, Köchin, Yogalehrerin, Gesundheitscoach und Direktorin des Instituts. Sie hat ihre eigene schwere Vergangenheit mit Essstörungen, Magersucht, Bulimie und Diätsucht hinter sich, verursacht durch ein schlechtes Selbstbild, Selbsthass und traumatische Erlebnisse. Sie ist ein faszinierendes Beispiel und für mich ein großes Vorbild für eine hochsensible Frau, die über sich selbst hinausgewachsen ist und es weit gebracht hat ohne ihre eigenen Bedürfnisse zu opfern, sondern im Gegenteil immer mehr zu ihrem wahren authentischen Selbst zu finden, dazu zu stehen und es auszuleben.


Hear what they want, but deeply listen for what they need.

Der Workshop fand statt im Mariott Hotel Denver, 8 Stunden täglich. Es kamen ungefähr 100 Leute aus aller Welt, z.B. verstand ich mich gut mit einer Frau aus Australien und einer aus Peru. Ein paar Frauen aus Europa, mit denen ich bereits intensiven Kontakt über Internet und Telefon gehabt hatte, konnte ich endlich persönlich treffen, worüber wir alle sehr glücklich waren.

Vormittags und nachmittags gab es jeweils eine Vorlesung von Marc David, außerdem gab es zwei Vorträge mit Fragemöglichkeiten zum Thema Coachingbusiness aufziehen durch Emily Rosen. Ein wichtiges Thema war, wie wir etwas von echtem Wert für diese Welt erschaffen können, das die Menschen weiterbringt auf allen Ebenen.

Was an Schönheit, an Gaben, will aus meinem Gegenüber herausgeholt werden?

Zwischendrin gab es immer wieder kleine Schreibübungen, in denen wir Bereiche, in denen wir besonders gut sind oder selbst noch wachsen müssen, erkunden sollten. Auch gab es immer wieder Partner- und Kleingruppenübungen, in denen wir zuhörten und selbst persönliche Dinge teilten. Auf diese Weise erfuhr ich einige spannende Lebensgeschichten. Dazu gab es immer wieder die Möglichkeit, seine Gedanken vor dem ganzen Saal zu teilen mit Mikro und eine kurze Konversation mit Marc zu haben, in der er einen anregte, weiterzudenken. Auch ich nutzte diese Gelegenheit einmal, auch wenn ich unglaublich nervös war. Aber ich bekam ganz tolles und ermutigendes Feedback von Marc und einigen der anwesenden Frauen und es eröffnete neue Dialoge.

There´s a hidden architecture to the world. Everything visible is preceded by the invisible.

Vormittags und nachmittags wurde das lange Sitzen einmal aufgelockert durch belebende Bewegung zu Musik (ich weiß nicht, ob es dafür einen Fachausdruck gibt, aber es war in etwa wie sehr einfaches Aerobic und Tanzen), was ich für eine ganz tolle Maßnahme halte.

Am ersten Tag brauchte ich noch etwas, um aufzutauen und mich zu akklimatisieren, aber ich war auch durch den zeitlichen Unterschied von 8 Stunden ziemlich jetlagged. Aber alles in allem war es einfach der perfekte Ort für mich. Jeder hier hatte seine eigene schwierige Story mit seiner Gesundheit und der Ernährung hinter sich, alles irgendwo hochsensible und sehr einfühlsame Menschen, bei denen man sich sehr sicher fühlen und sich öffnen kann, ohne dass sie einen verurteilen, mit Ratschlägen bombardieren oder versuchen einen zu „fixen“.

What if I just take a small step.

Dieses Konzept, dass das Gegenüber einfach nur der Geburtshelfer für deine Gedanken ist und dir Raum dafür gibt („to hold space for someone“) war etwas Neues und Wunderbares, das ich in der Coachingausbildung gelernt habe. Ich bin schon immer eine gute Zuhörerin gewesen und Menschen vertrauen sich mir gerne an, aber ich musste wirklich verstehen, dass es gar nicht immer darum geht, irgendwelche Probleme für jemanden zu lösen, sondern darum, einfach nur da zu sein und dem anderen zu helfen, das Chaos seiner Gedanken zu entwirren und vielleicht ihn so auf eine Lösung zu bringen und Potential zu entfalten, das er von Vornherein in sich getragen hat. Und dass man dem anderen zeigt, warum es eben gerade genau Sinn macht, wo er im Leben steht oder wie seine gesundheitliche Situation ist und wie er lernen kann, auf die tiefere Botschaft seines Körpers zu hören.

The mind is a tool. Whatever the mind focuses on expands.

Das Thema, welche Worte wir in unserem Alltag benutzen, ist besonders wichtig. Es bestimmt, ob wir die Dinge in einem positiven oder negativen Licht sehen, ob wir die Dinge, die uns zustoßen, als Herausforderungen und Chancen sehen, oder nur die Grenzen und es wie eine Strafe empfinden und taub sind für die tiefere Botschaft. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie sehr dieses pessimistische Opferdenken einen in einen Dauerzustand aus Stress und Lebensangst versetzen und in eine stetige Abwärtsspirale führen kann. Ein schönes Beispiel für eine Neuformulierung, das Marc brachte: Körperintelligenz statt Übersensitivität!

What do YOU really want. What are you REALLY hungry for

Womit sich wohl so gut wie alle identifizieren konnten, war das Konzept vom verwundeten Heiler („wounded healer“). Die besten Therapeuten und Lehrer werden wohl diejenigen, die selbst durch schwere Zeiten, durch Krankheit, Trauma und Verlust gegangen sind. Wir wissen, was es bedeutet und was ein anderer in derselben Situation gerade am besten braucht.

Ein weiteres großes Thema war Perfektionismus, das Gefühl zu haben, dass das, was man kann, hat und weiß, nicht genug ist und man zu gelähmt ist, um mit irgendetwas zu starten oder sich ständig mit anderen vergleicht. Dieses ganz oder garnicht-Denken. Dabei wollen unsere Mitmenschen etwas ganz anderes von uns, schau dir hierzu mein kurzes Video an. Eine der anwesenden Frauen teilte uns hierzu ihre Geschichte mit, die mich zu Tränen rührte. Ich selbst kenne das nur zu gut, da ich selbst einige sehr erfolgreiche Menschen in meiner Familie habe und immer sehr streng mit mir selbst war. Doch dieser Pfad führt uns zu nichts Gutem, weder zu erfolgreichen Beziehungen, zu nachhaltiger Gesundheit oder langfristigem Erfolg im Beruf.

Von links nach rechts: Ich, Emily Rosen, Karolina & Sandra

Worüber wir ebenfalls sprachen, war das Thema Beziehungen, denn dies hat starken emotionalen Einfluss auf uns und beeinflusst auch unser Essverhalten. So wird Schokolade beispielsweise oft als Liebesersatz verwendet oder es kommt zu Stressessen bei Spannungen in der Beziehung. Doch geht es hier nicht nur um romantische oder erotische Beziehungen, sondern auch zu unseren Freunden, Familienmitgliedern, zu einer höheren Macht und, ganz wichtig, zu uns selbst! Und gerade diese letzte Beziehung ist für die meisten (mich eingeschlossen) die herausfordernste.

Marc betonte, dass eine gute, stabile Community ganz wichtig ist, aber dass wir viel zu oft versuchen, alleine das Unmögliche zu schaffen. Was mir auch sehr gut gefallen hat: Es ist nichts Verwerfliches, sondern sogar wichtig, in der Partnerschaft zu streiten. Doch soll man dabei immer vor Augen haben: FÜR die Beziehung streiten. Nicht, um irgendwas zu gewinnen oder zu beweisen. Und hinhören: Welches unausgesprochene Bedürfnis und Sehnsucht steckt in Wahrheit hinter dem Nörgeln des Partners?

Ich ganz stolz mit Marc David und meinem frischen Zertifikat zum psychologischen Ernährungscoach
Vorbereitung zur Verleihung unserer Zertifikate…

Am Ende gab es die Verleihung unserer Zertifikate, ein Gruppenfoto und Fotos mit Marc und Emily. Marc sagte mir, dass ich mich nicht davor fürchten solle, meine Gaben der Welt zur Verfügung zu stellen und dass ich viel zu geben habe. Er signierte außerdem meine (also seine) Bücher, die ich extra von Deutschland mitgebracht hatte.

Das Event war viel zu schnell vorbei, ich hatte das Gefühl, erst gegen Ende so richtig realisiert zu haben, wo ich hier wirklich bin und mich vollkommen gelöst zu haben und ich hätte gerne viel mehr Zeit gehabt, all diese wunderbaren, vielfältigen Persönlichkeiten kennen zu lernen. Ich bin zwar ein bisschen traurig, dass dieser Abschnitt nun tatsächlich schon vorbei ist, aber die Community bleibt ja bestehen, und das Ende von etwas ist nur der Anfang von etwas Neuem.

Ich blieb insgesamt für zwei Wochen in Colorado in der Gegend um Denver und konnte vieles an Ermutigung, Inspiration, neuem Wissen und Ideen für die Leute, die ich betreue und berate, mit nach Hause nehmen.


Gewinnspiel auf meiner Facebookseite: Gewinne den Bestseller „The Slow Down Diet“ von Marc David, den ich auf dem Live-Event in Denver gekauft habe und von Marc David und Emily Rosen habe signieren lassen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.