4 thoughts on “Nahrungsmitteltheorie

  • 5. Dezember 2017 at 12:11
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    Hallo Dorothee,
    rein regänzend (also in keiner Weise konkurrierend) möchte ich zu deiner
    weitsichtigen Zusammenschau meine bescheidenen Erfahrungen mitteilen:

    Im Verlauf der letzten 3 Monate identifizierte ich bei meiner Lebensgefährtin
    aufgrund eingehender Analyse der Symptomatik schrittweise eine komplexe
    Unverträglichkeit, die eventuell auf einer subklinischen Nebennierenschwäche
    (Adrenal Fatigue) basiert und folgende Bereiche umfasst:
    – Histamin (durch Histaminose, z.B. auch nach ein paar Mückenstichen oder
    durch Mastzellaktivierung, z.B. auch bei einem heranziehenden Sturmtief)
    – Ascorbinsäure / Ascorbate
    – Zitronensäure / Citrate (ein ganz schön übles Gift, wie man zugeben muss)
    – Essigsäure / Acetate (auch: Celluloseacetat)
    – Weinsäure / Tartrate
    – Salicylsäure / Salicylate (v.a. in Kosmetika und Raumpflegemitteln)
    – Polyphenole (Anthocyane und Flavonoide in hoher Konzentration)
    – Cromoglicin (Mastzellstabilisator)
    – Phosphorsäure / Phosphate
    – Vitamin B6 (Pyridoxalphosphat)
    – Chlorella-Algen (hochkonzentrierte Polyphenole)
    – Sorbinsäure / Sorbit / Sorbate
    – Hydrocortison (wird mit Salicylat-Intoleranz assoziiert, aber wieso?)
    – Alkohol (Ethanol, auch schon als Medikamenten-Zusatz)
    – Nikotin (Passivrauchen)
    – Sinigrin (Senfölglykosid, v.a. in Meerrettich)
    – Quinoa (hochkonzentrierte Saponine?)
    – rohes oder halbrohes Fleisch (Steaks; verzögerte igE-Sofortallergie Typ I)

    Immer wieder fragte ich mich, was die Substanzen miteinander verbindet,
    bis ich letzte Woche auf das Stichwort Komplexbildner (Chelate) stieß.
    Bei meiner umfangreichen Internetrecherche zu diversen Themen musste ich
    immer wieder über deine Berichte zu Histamin, Salicylate usw. nachdenken,
    ob Antinährstoffe vornehmlich “Komplexbildner im erweiterten Sinne” sind.

    Bei den letzten 6 Substanzen stellt sich noch die Frage nach dem roten Faden.
    Inwieweit wirken Hydrocortison und Sinigrin als eine Art Komplexbildner?
    Was ist im rohen Fleisch enthalten, das auf Komplexbildung schließen lässt?
    Inwieweit wirken Alkohol, Nikotin und Saponine als Komplexbildner?

    Als “Müllschlucker vom Dienst” (Sternzeichen Ratte) muss ich aber sagen,
    dass ich überraschenderweise mit Quinoa noch heftigere Probleme hatte als
    meine bessere Hälfte. Zum Thema Saponine möchte ich noch hinzufügen,
    dass wir diesen Sommer die Ehre hatten, im Garten eine stattliche Menge an
    Gartenmelde und Vogelmiere zu ernten, die vor allem Saponine enthalten.
    Mit diesem Wildspinat gab es aber viel weniger Probleme als mit Quinoa.

    Meine Partnerin hat keine nennenswerten Probleme mit folgenden Sachen:
    Fructose, Laktose, Gluten, Jod, Blütenpollen, Weißbrot, Bananen, Tomaten,
    Hefe, Xylit, Glutamat, kakaohaltige Nahrungsmittel in Maßen.
    Verdauung und Nervensystem stabilisieren sich außerdem immer mehr.
    Der Haarausfall ist rückläufig. Wahrscheinlich eines der sichersten Zeichen,
    dass die subklinische Nebennierenschwäche ihren Rückzug angetreten hat.
    “Multiple Chemikaliensensibilität” klingt ja so unspezifisch wie Reizdarm,
    der inzwischen ziemlich zuverlässig von der Bildfläche verschwunden ist,
    ebenso wie sich auch die Fibromyalgie-Attacken inzwischen verflüchtigen.
    Leider sind wir ja selber keine Biochemiker, aber man gibt sich Mühe.
    Jedenfalls ist eine der logischen Schlussfolgerungen, dass es durchaus noch
    mehr Leute mit einer “erweiterten Komplexbildner-Intoleranz” geben dürfte
    und dass jederlei Chelattherapie für solche Leute absolut kontraindiziert ist.

    Bisher sind Fenistil und Rheumaselect (letzteres max. 1 Tropfen wegen
    der extrem giftigen Wirkung der Urushiole) die zuverlässigsten Hilfen.
    Die üblichen Behandlungen (z.B. Vit. B6, Aspirin) sind ja in diesem Fall
    leider gar nicht passabel, oder allenfalls in Form gering dosierter Globuli.
    Unsere Forschungen sind aber noch längst nicht zu Ende.

    Viele Grüße
    Christof

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    • Doro
      7. Dezember 2017 at 15:55
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      Hallo Christof,
      wow, danke für deinen Beitrag! Ist wirklich hochinteressant, da habt ihr ja auch sehr gründlich beobachtet. Mir ist nur noch nicht ganz klar, wie du den Bogen auf Komplexbildner schlägst. Ich selbst vertrage Quinoa, was mich auch überrascht hatte. Ist auf jeden Fall nicht normal, dass die Ärmste auf so viele Dinge so übersensitiv reagiert… Es kann tatsächlich etwas in die Richtung sein, Überreizung der Darmschleimhaut oder des enterischen Nervensystems. Was ist wiederum die Ursache für die Nebennierenschwäche?.. Bei Salicylatintoleranz liegt anscheinend oft eine minimale Verschiebung des Blut-pH-Werts vor. Euch alles alles Gute.
      Doro

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      • 12. Dezember 2017 at 11:11
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        Hallo Dorothee,

        sofern die groben Zusammenhänge von Histaminintoleranz / Mastzellaktivierung
        und Östrogendominanz klar sind, dürfte auch der Brückenschlag zum Thema
        Nebennierenschwäche klar sein, weil Östrogendominanz via “Pregnenolon-Raub”
        in den meisten Fällen chronische Mängel an Cortisol und DHEA nach sich zieht.
        Vor allem bei autoimmun signifikanten Intoleranzen (v.a. Ascorbate und Citrate)
        sollte man sicherheitshalber von einer subklinischen Nebennierenschwäche im
        fortgeschrittenen Stadium (mind. Stufe 3) als systemlogische Basis ausgehen.
        Siehe https://www.drlam.com/blog/histamines-afs-part-1/5904/

        Da subklinische Nebennierenschwäche gar nicht selten ist, gibt es auch und gerade
        unter Prominenten bezeichnende Fälle, die meistens genauso fehldiagnostiziert
        und fehlbehandelt werden wie Normalsterbliche. Einer davon war Michael Jackson,
        dessen Vitiligo (d.h. die fleckigen Hautverfärbungen) lediglich ein Symptom war,
        so wie die Mastzellaktivierung bei Pseudoallergikern keine isolierte Erkrankung ist,
        sondern eine Symptomatik, auch wenn sie etwa 50 Symptome umfasst, während die
        Grunderkrankung “nur” ca. 10 Symptome umfasst. Jedenfalls hätte Michael Jackson
        schon im Alter von 30 Jahren ein ganzheitliches heilpraktisches Konzept gebraucht,
        um sich gesund zu halten. Wer sich ein wenig mit Nebennierenschwäche auskennt,
        erkennt im Gesicht seines letzten Jahrzehnts eine markante Nebennierenschwäche.
        Auch die aufwändigen kosmetischen Operationen wären ihm erspart geblieben,
        wenn er einen wirklich weitsichtigen und einfühlsamen Leibarzt gehabt hätte.
        Und auch die neurologischen Probleme (v.a. Gesichtsmuskelzuckungen durch
        Calciumstoffwechselprobleme infolge permanent-subtiler Hyperventilation bzw.
        emotionale Hochsensibilität) hätte er dann nicht mit seiner leicht bescheuert
        wirkenden Maske kaschieren müssen.
        Und er hätte bei der Behandlung seiner Nebennierenschwäche außerdem seine
        Rückenschmerzen und Lichtempfindlichkeit recht gut in den Griff bekommen.

        Natürlich ist auch zu beachten, dass jede fortgeschrittene Nebennierenschwäche
        eine absolute Kontraindikation bezüglich “harte Medikation” (Hydrocortison,
        Chemotherapie) darstellt. So ist es z.B. überhaupt kein Wunder, dass ein Teil der
        Krebspatienten bereits wenige Wochen nach Behandlungsbeginn verstirbt.
        In Wirklichkeit brauchen nebennierenschwache Leute sanfte, natürliche Impulse,
        um ihre Stoffwechseltore wieder mit einem sinnvollen Gefühl öffnen zu können,
        aber bitteschön keinen technologischen oder pharmakologischen Luxusfirlefanz.
        Auch Chelate können in dieser Situation schon eine große Herausforderung sein.
        Dies ist keine Frage des Glaubens, sondern eine Frage der Stoffwechselsituation,
        die sich nun einmal im sinnvollsten Fall an den Traditionen der Natur orientiert.
        Etwas kontraproduktiv sind außerdem die Haarspaltereien zwischen Pyrrolurie
        (HPU, KPU) und Nebennierenschwäche. In Wirklichkeit ist das alles eine Soße,
        die auf einer gestörten Nebennierenfunktion beruht und dementsprechend zu
        behandeln ist, genau wie du es aus deiner geradezu genialen Intuition heraus tust.
        Siehe https://www.drlam.com/blog/pyroluria-and-adrenal-fatigue-syndrome/5273/
        http://www.dr-neidert.de/nebennierenschwaeche-burnout/nebennierenschwaeche-bei-frauen
        http://www.dr-neidert.de/nebennierenschwaeche-burnout
        (Stockstadt/Aschaffenburg ist ja übrigens gar nicht so sehr weit entfernt von dir.)
        Der gemeinsame Kern von Pyrrolurie und Nebennierenschwäche ist jedenfalls:
        Erschöpfung, Schlafstörungen, Reizdarm, Ängstlichkeit / Nervosität, Depression,
        zunehmende Empfindlichkeit gegen Temperaturwechsel oder physikalische Reize,
        Gehirnnebel, niedrige Stresstoleranz, Medikamentenunverträglichkeiten.

        Und um den Ursprung der Nebennierenschwäche und ihrer zahlreichen denkbaren
        Folgeerkrankungen zu ergründen, entwickelte ich den Begriff PFMD = primarily
        female metabolism disorders, zu deutsch: feminin gepolte Stoffwechselstörungen.
        – überwiegend bei Frauen (ca. 80 %) und feminin gepolten Männern (ca. 20 %,
        wie eben auch z.B. Michael Jackson, was man an diversen Merkmalen erkennt)
        – basieren auf deutlichen Unterschieden in der weiblichen Physiologie (abgesehen
        von den landläufig vorrangig betrachteten Besonderheiten der Sexualanatomie) →
        vielschichtige Implikationen, die das schöne bzw. schwache Geschlecht ausmachen:
        – erhöhte Sensibilität, die jedoch nicht als „(persönliche) Schwäche“ abzuwerten ist
        – weniger robustes Bindegewebe → erhöhte Wärmediffusion in beide Richtungen
        – bessere Immunkompetenz, besserer Schutz gegen oxidativen Stress
        – gesündere Blutgefäße (wegen Östrogen) → höhere Lebenserwartung (+ 7 Jahre)
        – etwas weniger Muskelmasse, dafür aber mehr Ausdauer bei mäßiger Belastung
        – sensiblere Haut → deutlich mehr erogene Zonen (mitunter kleinsträumige Zonen)
        – deutlich mehr Empfindlichkeit gegenüber Misshandlungen jeder Art
        – aktivere Brücke zwischen den Hirnhälften → ganzheitliches Denken & Wahrnehmen
        → komplexes Verständnis von Kausalität → viel mehr Multitasking / Generalistentum;
        → mehr Neigung sich im kognitiven Hamsterrad zu verstricken (→ Depression etc.)
        – mehr Anfälligkeit für Neurostress (erhöhte Beteiligung des vegetativen Nervensystems)
        – stärkeres Harmoniebedürfnis → Problemlösungsversuch: sanfte Resonanzverstärkung
        / Notlösung: Rückzug in die Isolation (oft gründlich missverstandenes Verhaltensmuster)
        → recht komplizierte Partnerwahl, denn besonders ausgeprägte Yin-Tendenzen brauchen
        ein umso solideres Gefüge subjektiv sinnhafter Faktoren auf der Basis einer harmonischen
        Interaktion von Veranlagung (= eigene Ressourcen) und Umwelt (= fremde Ressourcen)
        – intensivere Speicherung von Nährstoffen → auf Ausdauer gepolter Fettstoffwechsel
        → Probleme mit dem Kohlenhydratstoffwechsel (= schnell verfügbare Energieträger)
        – intensivere Speicherung diverser Substanzen (Nährstoffe, Stoffwechselabbauprodukte,
        Gifte) in Fettgewebe und Knochenmark → erschwerte Mechanismen der Entgiftung
        – hartnäckige Ignoranz der Beschwerden (z.B. durch Fehldiagnosen) führt verstärkt zu
        systemischer, aber damit auch „totalitärer“ Symptomatik (Autoimmunerkrankungen).
        → „Fass ohne Boden“, „never-ending story“
        Zum Kreis der PFMD zählen außer der Nebennierenschwäche vor allem Krankheiten,
        die man in psychosomatischen Kliniken des öfteren antrifft:
        Zöliakie, Reizdarmsyndrom, Anorexie, Bulimie, Histaminintoleranz, Migräne,
        Mastzellaktivierungssyndrom (MCAS), Posturales Tachykardiesyndrom (POTS),
        Hashimoto-Thyreoiditis, Chronic Fatigue Syndrom /Myalgische Enzephalomyelitis,
        Multiple Sklerose (MS), Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD),
        Fibromyalgie-Syndrom, Rheumatoide Arthritis, Systemischer Lupus erythematodes,
        Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS), Prämenstruelles Syndrom (PMS),
        Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), Hyperventilationssyndrom,
        Rezidivierende Depression, Angst- und Panikstörungen
        Zuerst denkt man vielleicht, dass das einfach ein wilder Haufen von Krankheiten ist.
        Doch wie man bei näherer Betrachtung erkennt, sind es systemische Erkrankungen,
        die dementsprechend in ganzheitlicher und feinfühliger Weise zu behandeln sind.
        Und hinzu käme noch eine Erkrankung (PCOS = polyzystisches Ovarien-Syndrom),
        mit der speziellen Herausforderung, das Äquivalent im maskulinen Körper zu finden.
        Klingt vielleicht reichlich bescheuert, ist aber eigentlich nicht anders als bei PMS,
        zumal man sich ja lieber nicht allzu sehr an Äußerlichkeiten orientieren sollte.

        Jedenfalls fragte ich mich immer wieder, was die Palette grenzwertiger Substanzen
        (Ascorbate, Citrate, Salicylate, Oxylate, Tartrate, Flavonoide etc.) verbinden könnte,
        die sich vor allem in äußeren Pflanzenteilen (Fruchtschalen, Blätter, Rinde) befinden.
        Gerade wegen der Herkunft kann man diese Substanzen als grenzwertig bezeichnen,
        weil ja die äußeren Pflanzenteile die physische Grenze der Pflanzen darstellen und
        in der Art einer schicken Lackierung aufwerten. Ein weiterer Grund für das Attribut
        “grenzwertig” ist, dass diese oberflächlichen Substanzen nicht nur ein purer Segen,
        sondern unter bestimmten Bedingungen auch ein Fluch sein können.
        So studierte ich die chemischen Merkmale dieser Substanzen gründlich und stellte
        diverse Vergleiche an, bis ich auf den gemeinsamen Aspekt Komplexbildner stieß.
        Und siehe da, Histamin an sich ist schon einer der wichtigsten Komplexbildner,
        zwar nicht in der Biotechnologie, aber im Organismus. So kann man zu recht sagen,
        dass es sich bei Histaminintoleranz quasi um eine prinzipielle Konkurrenz zwischen
        diversen Arten von Komplexbildnern handelt. Und therapeutisch geht es eben darum,
        diese Konkurrenz peu à peu aufzulösen. Die Nebenniere spielt dabei eine zentrale Rolle,
        und zwar egal ob man sich auf reine Symptombehandlung beschränken will oder nicht.
        Die Nebenniere produziert nämlich unter anderem Östrogen und Cortisol.
        Und wenn es in der ganzen Hormonlandschaft irgendwelche Unstimmigkeiten gibt,
        kann auch der restliche Körper nicht gesund sein. Wenn man aber dies bei der Therapie
        nicht berücksichtigt, kann schnell eine Reihe hartnäckiger Komplikationen entstehen.
        Nicht dass man deshalb den Aspekt der Mastzellaktivierung vernachlässigen dürfte,
        aber man muss bei systemischen Problematiken auch den größeren Kontext beachten.

        Viele Grüße und viel Erfolg weiterhin
        Christof

        P.S.: Sorry, dass ich dieses Mal nicht so kurz fassen konnte.

        Reply
        • Doro
          12. Dezember 2017 at 12:36
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          Wirklich spannend Christof, ich kann da echt zustimmen und du findest zugleich neue Worte und Systeme für Sachverhalten, was den Zugang zu diesem komplexen Sachverhalt erleichtert. Auch schön, dass du das mit KPU/HPU ansprichst, da habe ich selbst gedacht, ist das wirklich wieder eine neue Krankheit oder nur Teil dieses Gesamtbildes, und vor allem kontext-/umständeabhängig, wie eben alles andere auch? Das harmonische Zusammenspiel all unserer Körperteile ist so enorm wichtig. Ich werde heute ein Interview abhalten über eines, das der Nebenniere sogar noch vorgeschaltet ist, du darfst gespannt sein…

          Reply

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