Schon- und Regenerationsphase

Schonphase für schnellen Histaminabbau und Senkung des Entzündungslevels sowie Beruhigung und Heilung des Darms

Viele der hier aufgeführten Informationen habe ich von Yasmina Ykelenstam, dem Low Histamine Chef. Ihre Devise lautet: Einfach nur Massen an Lebensmitteln vom Speiseplan zu streichen kann niemals heilsam sein, denn unser Körper hat erst dann die Chance sich zu heilen, wenn er mit den besten Nährstoffen versorgt wird. Deswegen sollte man soviel von den nährstoffreichen Dingen im Speiseplan behalten, wie nur irgend möglich, bzw. sachte wieder einführen, und stattdessen Dinge, die uns nicht nähren oder sogar Nährstoffe rauben und unseren Darm und unser Immunsystem belastet, wie Soja, Zucker, Weizen und minderwertige Öle wie Sonnenblumenöl, weglassen.

Diese Schonphase ist sehr wohltuend für einen gereizten oder sogar schon stark entzündeten Darm und wenig belastend für den Körper, da der Darm kaum noch Verdauungsarbeit zu leisten braucht und sich die Darmschleimhaut, Bauchspeicheldrüse etc. regenerieren können, da sie extrem arm an darmreizenden Antinährstoffen ist. Hier habe ich viele Elemente aus der Gersondiät, der GAPS-Diät der russisch-amerikanischen Ernährungsexpertin und Neurologin Dr. Natasha Campbell-McBride und des Paleo-Autoimmunprotokolls nach der medizinische Biophysikerin Sarah Ballantyne, Phd., mit einfließen lassen. Es ist quasi wie eine Rückkehr zur Babynahrung für einen gewissen Zeitraum. 😉


 

Bei vorwiegend Histamin- und Mastzellproblematik sollte der Schwerpunkt auf Gemüsesuppen und Säften liegen

Bei vorwiegend Darmproblematik (Schmerzen, Blähungen, Entzündungen) und Salicylatintoleranz sollte der Schwerpunkt auf Fleischsuppen liegen. Auch geeignet bei Colitis Ulcerosa und Morbus Crohn (basierend auf den Erfahrungen vieler Betroffener und der wissenschaftlichen Literatur. Natürlich gilt immer: Alles auf eigene Verantwortung und in Absprache mit deinem Therapeuten).

Angefangen werden sollte mit einem sehr übersichtlichen Speiseplan, der vor allem aus sehr weichgekochten Gemüsecremesuppen besteht. Durch das lange Kochen und Pürieren wird das Gemüse quasi vorverdaut und in kleinste Bestandteile zerlegt, an denen die Magensäure und Verdauungsenzyme dann sehr leicht weiterarbeiten können. Zusätzlich sollte die Suppe abgesiebt werden, um grobe Fasern zu entfernen. Somit wird der Verdauungsapparat kaum belastet und auch jemand, der zu wenig Magensäure produziert, kann dem Körper auf schnellem Wege große Mengen an Nährstoffen zuführen. Die Basis für meine Suppen bildet in der Regel Kürbis, ansonsten füge ich alles bunt hinzu, was der Kühlschrank gerade zu bieten hat: Zwiebeln* (enthält viel wichtigen Schwefel, weiße Zwiebeln am verträglichsten) und Knoblauch* (wirkt stark gegen Darmpilze, enthält viel Selen und Glutathion, ein wichtiges Antioxidans), was zwar beides auch leicht histamin- und fruktosehaltig ist, ich aber immer recht gut vertragen habe und einfach zu nährstoffhaltig ist, um es vom Speiseplan zu streichen. Kohlgemüse*, vor allem Brokkoli* und Blumenkohl* (ebenfalls sehr schwefelhaltig und krebshemmende Eigenschaften, Vitamin C-reich). Rosenkohl ist in der Regel schwerer verdaulich. Zucchini, Karotten, Fenchel (histaminsenkend, darmberuhigend).

In sehr kleinen Mengen und nicht täglich Kartoffen, Süßkartoffen und Rote Bete (vorsicht, sehr oxalsäurehaltig! In größeren Mengen verträglicher, wenn man sie gut durchkocht und das Kochwasser wegschüttet und warm isst, in der Anfangszeit besser darauf verzichten). Darauf achten, zu faserige Gemüseteile wegzuschneiden, da sie schwer verdaulich sind, Karotten etc. schälen. Dazu etwas frische Ingwer– und Kurkumaknolle** (gibt es in Asialäden und in manchen Bioläden, sehr entzündungshemmend und Antikrebseigenschaften, Ingwer sehr beruhigend für den Darm und gleichzeitig anregend auf die Magensaftproduktion, also verdaungsfördernd). Abgerundet mit einem ordentlichen Schuss Kokosmilch, dazu ein großer Löffel Kokos– oder rotes Palmöl (Kokos ist bei Nussallergie verträglich, da es botanisch gesehen keine Nuss ist, sondern zu den Steinfrüchten zählt, aber eine Allergie kann natürlich trotzdem zusätzlich bestehen, deswegen austesten), garniert mit viel frischen Kräutern** (histaminsenkend, sehr nährstoffreich und entzündungshemmend und schmeckt einfach toll, in der Anfangszeit eventuell weglassen oder kurz mitkochen, wenn zu schwer verdaulich) und mit einer großzügigen Prise Meersalz. Diese Suppen waren in der Anfangszeit quasi das einzige, was ich zu mir genommen habe, morgens, mittags und abends. Iss soviel davon, wie du Hunger hast, je mehr Nährstoffe dein Körper bekommt, desto besser.

Wenn du es verträgst sind frisch gepresste Rohkostsäfte** (alle Stückchen rausgesiebt), eine weitere gute Option. Hierbei vor allem empfehlenswert: Karotte, Gurke**, Ingwer, Fenchel, Selleriegrün, Kurkuma**, Zitronengras, Kürbis, eventuell ein bisschen grüner Apfel*.


*Bei Verdacht auf FODMAP-Intoleranz erstmal weglassen und ganz langsam einschleichen. Wir brauchen Ballaststoffe wie Inulin für eine diverse Darmflora!

**Wenn du Gemüse sehr schlecht verträgst, z.B. bei Phenol- und Salicylatintoleranz (Hinweise aus Artikel beachten, besonders zu Kosmetika!): Gemüse sehr langsam und vorsichtig einschleichen, indem du es nur (einzeln!) auskochst und löffelweise (quasi homöopathisch) das Kochwasser in deinen Speiseplan einführst.


Tee: Aus frischer Ingwer– und Kurkumawurzel**, Fenchel, Anis, Kümmel, Kamille**, sehr darmberuhigend, verdauungsfördernd und entzündungshemmend.

Desweiteren lohnt es sich zu probieren: Ghee (Butterreinfett, sehr einfach zu Hause zu machen, enthält viele von den wichtigen fettlöslichen Vitaminen wie A und K2) und Eigelb (viele antientzündlichen Omega-3-Fettsäuren, Cholin, was wichtig ist für die Bildung des Neurotransmitters Acetylcholin, fettlösliche Vitamine). Eigelb und Ghee kann den Suppen hinzugefügt oder sogar mehrere Eigelb pro Tag roh gegessen werden. Vor Salmonellen muss man wirklich keine Angst haben, die Wahrscheinlichkeit, sie im Ei zu haben ist sehr gering, die Schale, wenn unbehandelt, ist undurchlässig für Keime. Ich bewahre meine Eier auch außerhalb des Kühlschranks auf und trotz meines schlechten Immunsystems ist nie etwas passiert. Bei Verdacht auf Intoleranz gegen Milchprodukte oder Eier beides erstmal weglassen und getrennt in kleinen Dosen einführen, um die Auswirkungen auf den Körper abschätzen zu können.

Fleisch: Mit kleinen Mengen anfangen, eventuell nicht täglich und nur sehr schonend zubereitet. Das heißt, statt scharf angebraten schön weichgekocht, sodass es schön unter der Gabel zerfällt. Hierfür kaufe ich in der Regel eine ganze Lammkeule, Markknochen, Rindersuppenfleisch oder ein ganzes Huhn mit Knochen, denn gerade aus den Knochen lassen sich viele Fette, Mineralien und Aminosäuren herauskochen, die sehr heilsam für Haut und Darm sind (auch ein tolles und vor allem billiges Mittel gegen Falten und Cellulite!). Huhn koche ich etwa 2 Stunden lang, Lamm oder Rind 3 Stunden (Zeit für gefrorenes Fleisch). Länger wäre zwar möglich, besonders wertvoll ist Brühe aus puren Knochen, die 24-48 Stunden lang gekocht wurden, hierbei bilden sich dann allerdings große Mengen an Histamin und Glutamat, was für mich schlecht verträglich ist (bei Histaminproblemen empfiehlt sich die Verwendung eines Dampfdrucktopfs, um Kochzeit stark zu verkürzen! Zerstört auch Lektine!). Zu diesen Fleisch-/Knochenbrühen füge ich am Ende natürlich auch viel kleingeschnittenes Gemüse hinzu, das ich schön weichkoche. Garnieren kann man das Ganze mit frisch gehacktem Knoblauch (gut gegen Candida) oder frischen Kräutern** (nicht roh essen bei schwerer Darmsymptomatik), die auch etwas die Histaminbildung hemmen. Was übrig bleibt, fülle ich sofort in Glastupperboxen, und friere es sofort ein, um es bei Bedarf wieder aufzutauen.

Überhaupt ist es sehr wichtig darauf zu achten, Fleisch im gefrorenen Zustand (oder superfrisch beim Metzger) zu kaufen, und nicht erst langsam auftauen zu lassen sondern so weiterzuverarbeiten, da sich auf der Oberfläche von Fleisch durch bakteriellen Abbau schnell Histamin bildet. Hierfür ist besonders Schweinefleisch anfällig, weswegen ich es in der Anfangszeit gänzlich mied. Als histaminsenkende Maßnahme ist es darüber hinaus hilfreich, Fleisch gut unter kaltem Wasser abzuwaschen, denn das Histamin, was sich auf der Oberfläche gebildet hat, ist wasserlöslich.

Fisch, im gefrorenen Zustand gekauft, hat für mich ebenfalls nie ein Problem dargestellt, da er in der Regel direkt auf hoher See verarbeitet und tiefgefroren wird. Fisch ist leicht verdaulich und reich an den wichtigen, entzündungssenkenden Omega-3-Fettsäuren und Jod. Was ich ebenfalls sehr stark empfehle ist der Verzehr von Innereien. Besonders Leber ist unglaublich nährstoff- und vitaminreich und leicht verdaulich. Beides esse ich in der Regel schonend gedünstet oder im Eintopf geschmort.

Um das Protein verträglicher zu machen und es optimal zu verdauen, nehme ich vor proteinreichen Mahlzeiten ein Präparat aus Papain und Bromelain (aus Papaya und Ananas gewonnen, das auch entzündungshemmende Eigenschaften hat, aber frei von Histamin oder Fruktose ist) ein, außerdem Betaine HCl (Magensäure) + Pepsin, denn unzureichend verdautes Protein wird im Darm von Bakterien zersetzt, was die Bildung von biogenen Aminen fördert. Der lange Kochvorgang sorgt allerdings für eine deutlich bessere Verdaulichkeit, da er die Proteine denaturiert und die Verbindungen zwischen den Fleischfasern löst, was wir dann in unserem Magen nicht mehr zu tun brauchen. Ich merke den Unterschied deutlich, denn nach einer solchen Mahlzeit fühle ich einen Konzentrations- und Energieschub anstelle der bleiernen Müdigkeit, die mich früher nach vielen Mahlzeiten überkam. Außerdem werden bei weniger schonenden Zubereitungsmethoden viele krebserregende und entzündungsfördernde Stoffe gebildet.

Grundsätzlich möchte ich empfehlen, in jeder Mahlzeit – dem individuellen Bedarf angepasstProtein (Eiweiß), Fett und Kohlenhydrat UND Gemüse in mehreren Farben zu haben.


 

Noch eine wichtige Anmerkung zu tierischen Produkten: Schon allein aus ethischen Gründen, die mir spätestens seit meiner veganen Zeit außerordentlich wichtig sind, halte ich es für angeraten, auf Produkte aus optimaler Haltung und Fütterung zu achten. Fleisch, Eier und Milchprodukte stehen außerdem ziemlich weit oben in der Nahrungskette, das heißt, dass sich dort besonders viele Giftstoffe und Schwermetalle ansammeln, da diese sich in Fettgewebe einlagern. Und das ist gerade das Zeug, das wir loswerden wollen, da es uns krank macht, anstatt davon noch unnötig viel aufzunehmen. Außerdem enthält Fleisch, Eier und Milchprodukte aus möglichst artgerechter Haltung mit Freilandhaltung deutlich mehr Nährstoffe wie Omega-3-Fettsäuren und mehr Vitamine.

Dasselbe gilt für Fisch: Ich esse möglichst keinen Fisch aus Aquakultur, so wie sie derzeit praktiziert wird. Ich hatte Aquakultur als Modul in meinem Studium und kann sagen, die Haltungs- und Fütterungsbedingungen stehen denen in der Massentierhaltung traurigerweise in nichts nach (ich möchte an dieser Stelle nicht ins Detail gehen, um niemandem den Appetit zu verderben). Ich kaufe allerdings ausschließlich MSC-zertifiziert, was zwar auch nicht perfekt ist, aber schon eine recht gute Option. Wenn aus Aquakultur stammend, solltest du auf Biozertifizierung achten.


 

Dieser sehr eingeschränkte, grundlegende Speiseplan, den du natürlich so abwandeln solltest, dass er dir Besserung bringt, soll deine Ausgangsbasis sein. Finde heraus, welche Lebensmittel absolut sicher sind für dich! Verschwende jetzt keine weitere wertvolle Zeit und Potential sondern starte dein Ernährungs- und Symptomtagebuch!!

Es ist wichtig, dass du so bald wie möglich, sobald Besserung eintritt und sich dein Darm regeneriert, anfängst, neue Lebensmittel einzuführen um Mangelerscheinungen vorzubeugen. Aus diesem Grund halte ich auch nichts von Reis- und Kartoffeldiäten. In schlechten Phasen, z.B. wenn der Pollenflug stark ist, dein Körper durch Stress total überreagiert oder du etwas falsches gegessen hast, kannst du immer wieder zu diesem sicheren Grundplan zurückkehren und deinem Darm und deinem Körper eine Art Kur verpassen, in der er sich regenerieren kann. Es ist fast wie ein Heilfasten, nur schonender und sehr nährend.

Es geht auch nicht darum, es hundertprozent perfekt zu machen! Mir sind viele Ernährungsfehler passiert auf meinem Heilungsweg. Manche waren nicht so gravierend, andere haben mir sehr schmerzhafte Rückschläge beschert, und doch war immer ein Aufwärtstrend zu beobachten. Je besser man sich dran hält, desto schneller geht es einfach, und ich freue mich, wenn du wenigstens von meinen Fehlern profitieren kannst. Und gerade in der Anfangsphase sollte man sehr diszipliniert sein, da das die kritischste Zeit für den Körper ist und man sich eine schnelle Besserung wünscht, wenn es einem so schlecht geht. Außerdem sind erste Fortschritte unfassbar motivierend, sodass es einem dann umso leichter fällt, durchzuhalten! Wichtig ist immer, dass es bei der Ernährung nicht nur dem Körper, sondern auch der Seele gut geht.

Unser Ausprobieren und mit-dem-Körper-Auseinandersetzen wird bei uns sensiblen Menschen möglicherweise etwas sein, was uns unser ganzes Leben lang begleiten wird und es wird immer Neues zu entdecken geben, aber wenn wir ein Grundgespür erlernt haben, wird es uns immer leichter und leichter von der Hand gehen und kann zu einer spannenden Reise werden.

Für die fortgeschrittenen Stufen deiner antientzündlichen, mastzellfreundlichen Antihistaminernährung erhältst du auf meinem Blog einiges an Rezeptideen, die du für dich anpassen kannst.

Wer stark, gesund und jung bleiben will, sei mäßig, übe den Körper, atme reine Luft und heile sein Weh eher durch Fasten als durch Medikamente. ~ Hippokrates von Kos (460 bis etwa 377 v. Chr.), griechischer Arzt, »Vater der Heilkunde«

16 thoughts on “Schon- und Regenerationsphase

  • 28. Januar 2016 at 21:32
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    Hey Doro,
    welches Papain + Bromelain Präparat nimmst du? Ich bin etwas verwirrt, Papaya und Ananas gehen doch bei Histamintoleranz nicht oder?
    Viele Grüße
    Nicole

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    • Doro
      28. Januar 2016 at 21:53
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      Hi Nicole,
      das ist das reine isolierte Enzym, von der Ananas ist da nichts mehr übrig, also auch kein Histamin. Mir tut es gut, ich nehme es immer noch. Ich habe es dir mal im Text verlinkt, was ich benutze. In vielen Foren wenden es auch andere Betroffene erfolgreich an. Aber natürlich gilt, jedes neue Nahrungsergänzungsmittel langsam einschleichen und für dich genau austesten, denn jeder ist verschieden.
      LG,
      Doro

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  • 22. Februar 2016 at 19:41
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    Ich habe nochmal eine Frage 😉
    Woher weißt du, dass du Reis, Kartoffeln, Paprika, Eigelb, Butter usw. verträgst?
    Hast du die Eliminationsphase des Autoimmunprotokolls gemacht?
    Ich dachte immer ich vertrage das alles, aber mittlerweile bin ich mir nicht mehr sicher… und weglassen geht nicht, weil mir sonst 1. fast nichts mehr bleibt und mir 2. der Stress den ich dadurch hätte, auch nicht gut tut.
    Liebe Grüße

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  • Doro
    22. Februar 2016 at 21:37
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    Hi Nicole,
    meine Haut ist einfach ein ganz braver und direkter Indikator, der sofort die rote Flagge schwenkt, wenn ich Mist mache. Besonders in der Zeit, wo es noch richtig schlimm war konnte ich es oft innerhalb von Minuten sehen: Wird röter und brennt wie die Hölle, Finger schwellen an, dass ich denke sie platzen, ich kriege Herzrasen, etc. Und bei anderen Sachen: Nichts. Ich bin wirklich sehr sehr systematisch und langsam vorgegangen und habe alles über ein halbes Jahr lang akribisch aufgeschrieben, sonst hätte ich da Null Chance gehabt, die Zusammenhänge zu ermitteln. Man isst ja immer mehr als nur eine Sache. Es ist wirklich nicht einfach. Und manchmal kommen dann noch Sachen aus der Umgebung hinzu, die habe ich erst nach Monaten des Nochmals-Durchlesens begriffen. Ich bin wirklich sehr froh um mein Ernährungstagebuch. Außerdem habe ich einfach zu meinen Instinkten zurückgefunden und merke auch so, was mir gut tut. Müdigkeit, Brainfog, Herzklopfen wie gesagt… Natürlich kann es sein, dass man nach einiger Zeit plötzlich gewisse Dinge nicht mehr verträgt. Aber ich merke jetzt eher, dass ich mehr beginne zu vertragen, aber ich muss trotzdem noch langsam machen und darf es nicht überstürzen. Deswegen sage ich aber auch, folgt nicht einfach nur stur einem Ernährungsplan, auch nicht meinem, sondern immer selbst mitrecherchieren und probieren. Von einer sehr einfachen, repetitiven Diät ausgehen, dann ist es einfacher, die Reaktionen auseinanderzuhalten. Ich habe nie wirklich AIP als Ziel gehabt, eine Autoimmunkomponente bei Neurodermitis wird zwar stark diskutiert, aber man weiß es nicht. Und wenn mein Körper mit einem Stoff klar kommt, oder zumindest eine hohe Toleranzschwelle für ihn hat, dann kurbelt er einfach meine Entzündung nicht an. Hoffe ich habe dir etwas weiter helfen können…
    LG, Doro =)

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  • 24. Februar 2016 at 8:49
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    Ja, danke! 🙂
    Du hast es gut mit deiner Haut als Sofort-Indikator… Nein, natürlich nur ein Scherz 😉
    Aber manchmal wünsche ich mir fast, ich hätte so einen eindeutigen Anzeiger. Dann wärs nicht so schwer und ich würde nicht seit Jahren im Dunkeln tappen.

    Reply
    • Doro
      24. Februar 2016 at 22:08
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      Ja, weiß was du meinst.^^ Aber ich habs manchmal auch so, dass ich eine bestimmte Sache tage- oder wochenlang esse und dass es mir relativ gut geht, vielleicht ein ganz bisschen zu sehen ist aber es sich irgendwie noch in der Waage hält und dann mit einem Schlag platzt die Bombe und ich habe einen richtigen Schub und muss dann auch erstmal intensiv nachdenken, was ich in letzter Zeit anders gemacht habe. Deswegen, am besten ist, man bekommt wirklich ein Gefühl dafür. Oder auch viel rotieren. Bei mir gibt es erst Reaktionen, wenn ich eine bestimmte Sache zu regelmäßig esse. Aber da ist einfach jeder verschieden. Es gibt viele Leute, bei denen klappt AIP super so wie es ist, und dann wieder andere, die vieles davon nicht vertragen, während sie viele andere Sachen, die gestrichen werden, eigentlich gut tolerieren könnten.

      Reply
  • 10. März 2016 at 12:19
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    Hast du vllt. einen Link für mich, wo The Low Histamine Chef darüber schreibst, vor allem wie man vorgehen sollte?
    Und wie lange hast du das mit der Suppe gemacht?
    Mir würde da glaube ich das Eiweiß fehlen, obwohl ich es auch wiederum nur ganz begrenzt pro Mahlzeit vertrage.

    Reply
    • Doro
      10. März 2016 at 23:20
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      Das war das Anti-Detox E-Book von Yasmina, wo sie Säfte und Suppen empfiehlt. Ich habe es in der Anfangszeit etwas übertrieben, weil ich so auf das Histaminsenken fixiert war, dass ich wohl schon recht schnell einen Proteinmangel hatte und auch zu stark abgenommen habe. Das würde ich nicht nochmal so machen, aber meine Haut war einfach in so einem schrecklichen Zustand. Länger als ein paar Tage hintereinander habe ich es nie ausgehalten mit nur Suppen, wie gesagt wegen Protein, Yasmina ist ja allem Anschein nach eher der Kohlenhydrattyp, ich mehr der Proteintyp. Sie kommt ja auch dem Libanon und hat sicher eine ganz andere Darmflora als wir, verträgt z.B. Hülsenfrüchte sehr gut.
      Habe von Anfang an auch immer versucht, eine möglichst große Bandbreite an Sachen zu essen, da ein Nährstoffmangel ja alles noch viel schlimmer machen kann. Mittlerweile mache ich ca. alle 10 Tage einen strengen Proteinfastentag, wo ich viel Kohlenhydrate, Gemüse und Fett esse. Ich erzwinge es auch nicht, ab und zu kommt einfach ein Tag wo mir mein Körper von selbst sagt, dass er heute kein Protein sondern „entgiften“ will. Ich würde diese Schonphase einfach so lange (einzelne Tage oder wenige Wochen) machen, bis du merkst, dass sich dein Körper genug regeneriert hat, dass du wieder den Boden unter den Füßen hast, und dann kannst du auch bald anfangen, hier und da neue Sachen einzubauen. Aber möglichst mit System und Ernährungstagebuch! Wenn ich mal über die Stränge geschlagen habe, oder einfach nur Pech hatte, oder auch wenn ich weiß, dass ich in den nächsten Tagen auf eine Feier gehe, kehre ich immer mal wieder zu ein paar Schontagen zurück.

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  • 11. März 2016 at 9:29
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    Oh man, die gibst dir immer richtig Mühe zu antworten, das kann ich ja gar nicht wieder gut machen… 🙂
    Okay, dann schau ich da auch vllt. mal rein. Ansonsten hast du das Prinzip denke ich ja schon gut erklärt.
    Dass die Dame eher der Kohlenhydrattyp ist (im Gegensatz zu uns beiden 😉 ) habe ich gestern noch gedacht, als ich darüber nachsann, dass ihre Rezepte bestimmt sehr gesund und histaminsenkend sind, aber mir zu kohlenhydratlastig bzw. zu wenig Proteine enthalten. Noch dazu kann mein kaputter Darm Kohlenhydrate im Moment kaum verwerten, so dass ich mich davon schlapp fühle.
    P.S. Danke für den netten Austausch, bin ich bei fb…

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    • Doro
      11. März 2016 at 12:57
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      Ach, bin froh, wenn sinnvolle Fragen gestellt werden und ich Austausch habe, will ja wissen, ob das alles so verständlich ist oder ich muss dann bestimmte Sachen noch vertiefend nachforschen. Solange es nichts ist, was man sich in zwei Minuten schnell ergooglet hat.^^
      Ich vertrage am besten an KHs reine isolierte Stärke, Kochbananen, Kürbis (da ist aber nicht soo viel drin) und weißen Reis. Ansonsten hat alles was mir so einfällt recht viele Antinährstoffe. Kartoffeln haben, wie ich mit Erstaunen feststellen musste, verhältnismäßig viel Citronensäure! Und halt Oxalsäure. In sehr empfindlichen Tagen habe ich deswegen auch auf die ein bisschen reagiert.

      Reply
  • 12. Mai 2016 at 11:38
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    Hey Doro 🙂
    wie hast du das eigentlich mit dem Einführen neuer Lebensmittel gemacht? Gibt da ja auch mehrere Ansätze, also z.B. nur 1 oder 2 mal am ersten Tag wenig von dem neuen Lebensmittel und 3-4 Tage beobachten oder manche schlagen vor (um eindeutige Ergebnisse zu kriegen), gleich 3 Tage lang 3 x viel von dem neuen Lebensmittel zu essen.
    Und wie lange hast du die Gemüsesuppen ohne Eigelb und Ghee gegessen? Oder hast du die von Anfang an reingemacht?
    Würde gerne die ersten Tage ohne Eigelb und Ghee essen, weil ja gerade diese hochproblematisch sein können, allerdings kann ich mir kaum vorstellen, auch nur einen Tag ohne tierisches Fett und Protein auszukommen. Bei Fleisch und Fisch bin ich mir grade unsicher ob selbst wenig davon Histaminprobleme auslöst. An frische Markknochen ist im Moment auch kein Drankommen.
    Hast du das Betain und Papain+Bromelain von Anfang genommen oder erst mit dem Fleisch und Fisch?

    Reply
    • Doro
      13. Mai 2016 at 22:04
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      Ich bin ja so von der GAPS-Diät da reingestolpert, und war am Anfang auch ziemlich planlos. Irgendwie hat es dann trotzdem hingehauen, ich will nur ein gutes System entwickeln, damit es nicht bei allen so ewig dauert und mit so heftigen Rückschlägen verbunden ist, wie bei mir. Ich habe schon beides ausprobiert. Manches wirklich ganz vorsichtig und nur sporadisch, aus Angst vor einer Reaktion und weil ich das Nahrungsmittel um jeden Preis in meiner Ernährung drinhaben wollte, bei anderen Sachen habe ich es echt provoziert, weil ich es verstehen wollte. Wobei du echt von allem im Grunde zuviel kriegen kannst. Da soll man seinen Körper auch nicht unnötig quälen. Bei mir hat es bei manchen Rückfällen bis zu zwei Monate gedauert, bis ich mich einigermaßen wieder gefangen hatte mit der Haut. Wobei die auch so das Organ ist, das am langsamsten positiv reagiert. Würde bei dir Kokosöl oder Olivenöl als Fett gehen? Was isst du gerade an tierischen Fetten? Marknknochen wären echt nicht schlecht, aber auch fettes Lammfleisch habe ich immer mit Heißhunger verschlungen. Biotalg oder Schmalz wären dann noch eine Möglichkeit. Wenn dein Instinkt dir sagt, dass es okay ist, dann lass nichts unnötig weg. Der Körper nutzt schon jeden kleinen Vorsprung den er kriegt, zum Heilen. Ich habe es versucht zu erzwingen und mich dabei unnötig ausgehungert und dabei extrem abgenommen und mir mit Sicherheit auch eine Nebennierenschwäche zugelegt. In meiner Heilungsphase habe ich echt viel viel Bedarf nach Fett und Protein gehabt. Hatte dann noch ein dreitägiges Saftfasten eingeschoben, was mir aber nicht so gut getan hat. War da wie in einer Dauerstresssituation, als wäre ich am Verhungern. Mein allererstes Saftfasten ein Jahr zuvor war da vollkommen anders, aber da war ich dann einfach zu geschwächt. Lieber auf den Körper hören, als da streng einen Plan zu verfolgen. Aber System ist das A und O, deswegen Tagebuch führen. Ich mache mir zur Zeit auch noch Gedanken allgemein zu Therapie- und Wiedereinführungsstrategien, will da in Zukunft noch was zu schreiben. Die Enzyme kannst du auch zu pflanzlicher Nahrung nehmen, nur halt nicht auf nüchternen Magen. Wenn du schon am unteren Limit bist, was dein Körper tolerieren kann, würde ich wirklich erstmal den Fokus stark auf andere Bereiche des Lebensstils legen, wie Vergangenheits- und Stressbewältigung, mal in ein reizarmes Klima fahren zum Urlaub, etc…

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  • 25. September 2016 at 14:37
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    Was frühstückst du? Ich suche nach einer Eiweißquelle, nur kein Fleisch bereits in der Früh. Eier sind auch nicht so ideal.

    Reply
    • Doro
      25. September 2016 at 14:54
      Permalink

      Warum kein Fleisch morgens? Ich mache eigentlich keinen Unterschied zwischen meinen drei Mahlzeiten, besonders morgens brauche ich am meisten. Eier und Sachen wie Hülsenfrüchte sind beim Paleo-Autoimmunprotokoll auch in der Einführungsphase erstmal raus.

      Reply
  • 26. März 2017 at 19:29
    Permalink

    Hallo Doro, ich lese gerade mit Begeisterung deinen Blog und bin sehr froh darüber ihn gefunden zu haben.
    Ich stehe gerade ganz am Anfang und würde jetzt gerne mit einer histaminsenkenden Ernährung beginnen. Am liebsten nachdem AIP Prinzip.
    Ich tue mir sehr schwer einen Ernährungsplan für mich aufzustellen. Wichtig ist das ich immer gut gesättigt bin um keine Ausrutscher zu begehen (wenn ich Hunger habe und mein Blutzucker sinkt bin ich nicht mehrzurechnungsfähig )
    Ich möchte aber auch nicht zuviel Fleisch essen da ich mir damit schon mal Chlostridein im Darm angezüchtet habe. Nur von Gemüse und Obst werde ich zwar kurzzeitig satt habe dann aber schnell wieder Hunger und fühle mich dann schnell unterzuckert.
    Hättest du ein paar Tipps wie ich meinen Ernährungsplan gestalten könnte bis ich etwas Symptomfrei bin?
    Es wäre auch gut wenn es nur wenige Lebensmittel sind damit ich schnell den Übeltäter finde wenn was dabei sein sollte was Symptome macht.
    Meine Symptome sind Herzstolpern, innere Unruhe (kann sich bis zu panikattacken steigern) Müdigkeit, Erschöpfung, Schlaflosigkeit, Brainfog, Kopfdruck, Fließnase, Augenbrennen/jucken usw.
    Ich würde mich sehr über eine Antwort von dir freuen.
    LG Bettina

    Reply
    • Doro
      27. März 2017 at 13:00
      Permalink

      Hi Bettina,
      danke für dein Lob und deinen Kommentar! Ich kenne das absolut mit den Blutzuckerschwankungen und dass es einem dann einfach egal wird, was man isst, das ist (leider^^) völlig normal. Die Symptome klingen wirklich sehr unangenehm, aber leider ganz typisch bei Histaminintoleranz. Ich kann leider ohne viele Informationen und vor allem auf die Schnelle keine Empfehlungen geben, die Erfahrung zeigt, dass hier stark individualisiert werden muss. Jeder ist verschieden und die Gründe für die HI müssen ermittelt werden, erst das ist zielführend. Das kann unter Umständen auch etwas Geduld erfordern, aber es lohnt sich! Wenn du magst, können wir deswegen mal ein Telefonat führen, damit ich mir mehr ein Bild machen kann.
      Liebe Grüße,
      Doro

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