Darmsanierung

Da ich in den letzten Tagen meiner Azorenreise das Pech hatte, mir eine schwere Gehörgangsinfektion einzufangen und auf Antibiotika angewiesen war, die ziemlich aggressiv gegen aerobe sowie anaerobe Bakterien sind, dachte ich mir, dass ich die Gelegenheit nutze, einmal über Darmsanierung zu sprechen. Man findet hierzu einfach zu viele verwirrende Informationen im Netz, jeder will einem Wundermittelchen verkaufen, dabei sollte vielleicht erst einmal klar gestellt werden, was genau das bedeutet, denn dann ist es leichter, hierzu die geeigneten Maßnahmen zu treffen.

Antibiotika sind dafür da, um Bakterien, die uns akut krank machen, abzutöten. Das Problem ist, dass wir eine Symbiose mit einer unglaublichen Vielzahl an Bakterien (und anderen Mikroorganismen) haben, die uns helfen, mehr Nährstoffe aus unserer Nahrung zu ziehen, uns vor Krankheitserregern schützen… Man findet sie auf jeder Oberfläche; unserer Haut, auf Schleimhäuten wie im Ohr, Augen, der Nase und Lunge, dem Mund, dem Magen, dem Darm, der Blase und der Vagina. In der Biologie sprechen wir daher vom „Holobionten“ (eine Theorie, die ihren Ursprung unter anderem in der marinen Biologie hat). Unsere symbiotischen Helfer werden nun ebenso durch die Antibiotika abgetötet, weswegen man sie nicht leichtfertig einnehmen sollte. Oftmals werden sie überflüssigerweise verschrieben. Doch manchmal ist man natürlich froh, diese medizinische Möglichkeit zu besitzen und es geht nicht ohne, hier bin ich natürlich sehr dankbar für unsere moderne Medizin, die hervorragend darin ist, akute Notfälle zu behandeln. Doch wie sieht es mit den langzeitlichen Folgen aus? Denen wird leider noch zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt.

Andere Gründe, warum unsere Darmflora aus dem Gleichgewicht geraten sein kann, sind jahrelange Ernährungsfehler, ein Magensäuremangel, Stress, Umweltgifte, langjährige Einnahme der Pille, Antihistaminikaeinnahmen oder auch wenn man durch Kaiserschnitt zur Welt gebracht und nicht gestillt wurde. Wenn du an Symptomen einer chronisch entzündlichen Erkrankung leiden solltest oder bei dir tatsächlich schon eine allergische oder Autoimmunerkrankung diagnostiziert ist, sollte unbedingt die Heilung des Darmes im Fokus stehen!

Darmschleimhaut und Magensäure wiederherstellen

In der Regel ist es der Fall, dass unsere Darmschleimhaut Unterstützung braucht. Eine gesunde Darmflora stellt auch Stoffe her, die sie unterstützen, doch nur auf einer gesunden Schleimhaut können sich genügend gesunde Darmbakterien richtig ansiedeln, weswegen beide Baustellen angegangen werden sollten. Unheimlich wichtig ist eine gesunde Darmschleimhaut auch, weil nur durch sie die entsprechenden Verdauungsenzyme, die wir zum richtigen Aufschließen unserer Nahrung und zum Abbau von ungesunden Stoffwechselendprodukten brauchen, bereitgestellt werden können. Sehr belastend für die Darmschleimhaut sind z.B. zu intensiver Sport, viel Alkohol und viele Medikamente, besonders Schmerzmittel. Ich würde, wo immer es sich vermeiden lässt, Tabletten nicht auf nüchternen Magen nehmen!

Das gefährlichste an einer geschädigten Darmschleimhaut ist , dass dadurch kleinste Mengen an Darminhalt (Bestandteile von Bakterien und unserer Nahrung) in unser Blut gelangen, was unser Immunsystem belastet, sodass es zu Überreaktionen (Autoimmunerkrankungen, Allergien…) kommt.

Das meiner Meinung nach größte gesundheitliche Problem stellt all die Nahrung dar, die ein Zuviel ist, die wir nicht richtig verdaut bekommen. Denn sie wird zum Festmahl für unsere opportunistische Darmbakterienpopulation und bringt unsere Darmflora aus dem Gleichgewicht. Das kann ein Zuviel an Zucker sein, an Protein, Laktose, Fruktose, Fruktane (FODMAPs), Rohkost… Bei mir merke ich es dann sofort an Blähungen und Erschöpfung, ansonsten fühle ich mich inzwischen Energiegeladen und voller Tatendrang nach einer Mahlzeit (Suppenkoma adé). Gut verbildlichen kann ich es an meinem Aquarium: Während meines Urlaubs hat die Person, die meine Tiere versorgt hat, soviel Futter in mein Aquarium geworfen, dass meine Axolotl es nicht alles fressen konnten, es faulte stattdessen vor sich hin und als ich zurückkam, hatte ich mit einen heftigen Befall an Algen und Cyanobakterien zu kämpfen, die aufgrund der starken „Düngung“ florierten und kurz davor waren, das Wasser zu „kippen“, wobei sich meine Axolotl natürlich nicht sonderlich wohlgefühlt haben, da auch diese Mikroorganismen, genau wie die „schlechten“ Darmbakterien (wie zum Beispiel Clostridien), Toxine produzieren.

Wenn wir Antibiotika einnehmen (oder einen stark entzündeten Darm haben oder während einer Chemotherapie), müssen wir damit rechnen, dass wir die Dinge schlechter verdauen, weswegen wir hier auf sehr leicht verdauliche Kost setzen sollten, und uns langsam wieder vorantasten müssen. Viele Tipps hierzu findest du hier. Auch solltest du für dich persönlich herausfinden, welches Verhältnis von Kohlenhydraten, Fett und Protein und welche Nahrungsmittel für dich am günstigsten sind („Metabolic Typing„). Eine rundlaufende Verdauung wird dir aber gleichzeitig auch helfen, wieder viel mehr Lebensmittel zu tolerieren.

Daher halte ich die Supplementation von Verdauungsenzymen und Magensäure für eine der effektivsten und für mich persönlich hilfreichsten Maßnahmen. Der Verzehr von den enzymreichen Früchten Papaya (Papain – allerdings vor allem in den sehr würzigen Kernen vorhanden) und Ananas (Bromelain) zu Mahlzeiten kann ebenfalls unterstützend wirken, ich habe sie aber lange Zeit schlecht vertragen und deswegen zu den reinen Enzymen in Tablettenform gegriffen.

Eine starke Magensäure ist alleine schon aus dem Grund ganz entscheidend für unsere Gesundheit, da sie die Hauptbarriere gegen Krankheitserreger ist wie Pilze, Bakterien und Parasiten (die immunbelastende Toxine, aber auch Histamin bilden können!), die in dem stark sauren Milieu größtenteils abgetötet werden! Was noch durchkommt, wird von einer gesunden Darmflora in Schach gehalten. Eine zu schwache Magensäure kann SIBO (Small intestinal bacterial overgrowth, Dünndarmfehlbesiedlung) begünstigen. Hiermit habe ich mich persönlich noch nicht näher auseinandergesetzt, halte es aber für möglich, dass ich selbst an einer schwachen Form davon gelitten habe. Teilweise kann sich das Problem durch die hier genannten Maßnahmen und eine Ernährungsumstellung mit der Zeit geben, teilweise sind aber auch umfangreichere Maßnahmen erforderlich. Unter Umständen solltest du dich darauf testen lassen (auch ein häufiger Grund für Blähungen und Histaminsymptomatik).

Das Supplementieren mit Verdauungsenzymen und Magensäure schont außerdem die Bauchspeicheldrüse und hilft ihr zu regenerieren und deinem Körper wieder mehr Nährstoffe aufzunehmen, sodass sie wieder anfangen kann, selbstständig Enzyme herzustellen. Es ist also ein erster wichtiger Schritt, um diesen Teufelskreis zu durchbrechen. Selbst Übergewicht kann daraus resultieren, dass dein Körper ZUWENIG von dem bekommt, was er eigentlich dringend braucht!

Darmsanierung
Ein Teufelskreis, da alles zusammen hängt

Ist die Magen- und Darmschleimhaut angegriffen, sollte etwas zu ihrer Beruhigung und Wiederaufbau getan werden. Bewährt haben sich für mich:

MSM (Schwefel)

Collagen oder Gelatine (möglichst aus guter Tierhaltung) 8)

-Kräutertees (vor allem Fenchel und Kamille)

-Ingwertee

-Ätherische Öle (in hoher Qualität, zu Mahlzeiten, unterstützen auch die Verdauung; Fenchel, Kamille, Ingwer, Pfefferminz)

-Für mich nach wie vor unverzichtbar: Die Aminosäure L-Glutamin („Treibstoff“ für die Enterozyten, die Darmschleimhautzellen 9))

-Aloe Vera (als Saft oder frisch im Smoothie)

Wichtig ist natürlich, geichzeitig auf eine Ernährung zu achten, die deinen Darm nicht unnötig weiter reizt! Für manche kann sogar ein Heilfasten funktionieren (am besten mit Brühen und Gemüsesäften), ist aber nicht für jeden geeignet, vor allem nicht bei Untergewicht und schon vorangegangener Mangelernährung, starken Blutzuckerschwankungen und Nebennierenschwäche.

Probiotika

Außerdem muss etwas zur Unterstützung der Darmflora getan werden. Je größer hier die Vielfalt ist, desto einfacher ist es für neue Bakterien, sich anzusiedeln. Experten empfehlen auch bei Antibiotikanutzung die weitere Einnahme von Probiotika zum Schutz der Darmflora 1), man nimmt sie einfach ein paar Stunden versetzt zu den Antibiotika ein. Sicher wird hiervon dann wieder viel abgetötet, aber in der Regel kommt es sowieso nicht so einer dauerhaften Wiederansiedlung von künstlich zugeführten Bakterien. Viele immunregulierende Arzneimittel wie Synerga bestehen sogar nur aus den Zellwänden abgetöteter Bakterien, die trotzdem eine Signalwirkung auf unsere Immunzellen ausüben. Bei der Helminthentherapie werden auch nur solche Würmer beim Menschen eingesetzt, die sich nicht dauerhaft ansiedeln, also keine weiteren Stadien erreichen können, weswegen sie in regelmäßigen Abständen erneut durchgeführt werden muss. Probiotika helfen dabei, das Immunsystem im Gleichgewicht zu halten und die Immuntoleranz zu erhöhen, konkurrieren mit krankmachenden Bakterien, die nun versuchen, sich zu vermehren, wenn viele der „guten“ Bakterien abgetötet wurden und helfen, den pH-Wert im Darm niedrig zu halten. Die Einnahme von Probiotika wirkt erwiesenermaßen antibiotikabedingtem Durchfall entgegen 2)3)4).

Wichtig sind für dich verträgliche Probiotika, die nicht histaminbildend wirken. Der Verzehr von rohen fermentierten Lebensmitteln wie Kefir, Kombucha und Sauerkraut ist für Personen mit einer Th2-Dominanz (also wenn du an Symptomen aus dem allergischen Spektrum leidest und eine schlechte Immunabwehr gegen Infektionen hast) wegen dem hohen Histamingehalt und einer oftmaligen Belastung mit Mycotoxinen (Schimmelpilzgiften) nicht empfehlenswert. Joghurt enthält histaminbildende Stämme wie Lactobazillus casei, Milchprodukte sind ohnehin ebenfalls oft unverträglich.


 

Histaminbildende Stämme: Lactobacillus casei, Lactobacillus delbrueckii, Lactobacillus bulgaricus, Lactobacillus reuteri, Lactococcus lactis, Enterococcus faecalis und diverse Stämme von E. coli.

Neutrale Stämme: Bodenbakterien, Lactobacillus acidophilus (oxalatabbauend 7), Saccharomyces boulardii

Histaminsenkende Stämme: Viele Bifidobakteria, wie Bifidobacterium infantis, Lactobacillus plantarum, Lactobacillus rhamnosus, Lactobacillus salivarius, Lactobacillus sporogenes, und Lactobacillus gasseri (oxalatabbauend 7).

Quelle: 5)

Leider findet man hierzu noch viele widersprüchliche Informationen, aber ich bin mit dieser Liste sehr gut gefahren und kann verschiedenes bestätigen. Manche Probiotika scheinen zwar biogene Amine bilden zu können, erweisen sich aber auf lange Frist als insgesamt entzündungssenkend. Durch mein ausgiebiges Verfolgen von Forenberichten und anderen Blogs bin ich auch hier zu dem Schluss gekommen, dass es da starke individuelle Untschiede geben kann, und deswegen sichere Empfehlungen schwierig sind. Bislang kann ich da nur ein systematisches (und vorsichtiges Austesten empfehlen). Im Allgemeinen werden Probiotika mit einer möglichst großen Breite an verschiedenen Stämmen empfohlen, bei Histaminintoleranz empfehle ich da aber für den Anfang eine sehr vorsichtige Herangehensweise mit einzelnen Stämmen.

Für mich funktionieren diese Präparate sehr gut

Omniflora: L. gasseri & B. longum (histaminsenkend, enthält geringe Mengen Laktose)

Perenterol forte: Saccharomyces boulardii (sehr gut gegen Candidabefall)

Prescript-Assist: Bodenbakterien, 29 Stämme (histaminneutral, sehr magensäureresistent)

Quest: L. plantarum (enthält Ascorbinsäure)

Lifeplan: L. acidophilus & L. rhamnosus (enthält Ascorbinsäure)


 

Wenn du sehr empfindlich bist, empfiehlt sich ein langsames Einschleichen, denn durch das Absterben der schlechten Darmflora kann es zu Toxinfreisetzung kommen. Am besten du öffnest zunächst eine Kapsel und nimmst nur eine Messerspitze von dem Pulver und wartest ein paar Tage bis zur nächsten Dosis. Für mich verträgliche Probiotika kann ich persönlich allerdings direkt in hohen Dosen einnehmen.

Das wichtigste Probiotikum bei einer Antibiotikabehandlung ist für mich Saccharomyces boulardii / cerevisae (Synonym). Da es sich hierbei um Hefen handelt und nicht um Bakterien, werden sie nicht durch Antibiotika abgetötet, außerdem wirken sie dem größten Problem von Antibiotikagaben entgegen: Der Bildung von schädlichen Pilzen und Hefen wie Candida und Aspergillus. Denn die können nun ungehindert wuchern, wenn die Konkurrenz ausgeschaltet wurde. Früher wurde deswegen noch routinemäßig das Antimykotikum Nystatin mit jeder Antibiotikakur verabreicht 6). Leider ist diese sinnvolle Maßnahme irgendwie in Vergessenheit geraten. Saccharomyces boulardii wirkt dem entgegen, indem es zum einen mit den schädlichen Hefen konkurriert und den Platz „besetzt“, zum anderen indem es sich direkt von Candidahefen ernährt.

Wegen der Candida-Problematik ist es besonders wichtig, auf eine zuckerarme (auch Obst und Honig sowie Mehl!) Ernährung während und nach der Einnahme von Antibiotika zu achten. Ein Heißhunger auf Süßes und Gebäck ist oft ein Hinweis für einen Candidaausbruch (kann auch schon chronisch vorhanden sein durch zu einseitige, kohlenhydratreiche Ernährung).

Lasse dich testen!

Ich empfehle stark, wenn du schon länger an chronischen Problemen leidest, dass du zunächst eine Stuhlprobe über deinen Hausarzt oder Heilpraktiker einschicken lässt, um eine Analyse deines Darmmikrobioms zu machen, außerdem um verschiedene Entzündungsmarker und auf Intestinale Permeabilität (durchlässiger Darm, leaky gut) testen zu lassen. Eine Firma, die das anbietet, ist z.B. GanzImmun.

Ballaststoffe, Prebiotika

Einmal las ich, dass man im Grund nicht sich selbst ernährt, sondern in Wahrheit seine Darmbakterien füttert, von deren Stoffwechselendprodukten wir dann leben. Ohne unsere fleißigen Helferchen wären wir auf jeden Fall arm dran, deswegen sollten wir auch gucken, dass sie uns nicht verhungern. Ich persönlich möchte aber keine Ballaststoffsupplementation empfehlen. Bei vielen ist der Darm zu empfindlich und könnte davon überfordert werden, gerade bei einer FODMAPs-Intoleranz verträgt man vieles nicht, wie z.B. Inulin und es kann zu schweren Verdauungsbeschwerden kommen. Auch die harschen Ballaststoffe aus Vollkornbrot sind für viele von uns nicht geeignet. Besonders kritisch wird es, wenn du an einer Dysbiose oder SIBO leidest, denn dann besteht die Gefahr, dass du dir die schädlichen Darmbakterien heranzüchtest, was für eine Verschlimmerung der Symptome sorgen kann. Versuche lieber, deine Ballaststoffe aus Gemüse zu bekommen, dies ist der schonendste Weg und hier erhältst du alles in einem natürlichen, harmonischen Verhältnis zueinander, zusammen mit vielen wertvollen Nährstoffen. Teste aus, was dir bekommt und wo deine mengenmäßige Grenze liegt. Am besten ist eine Mischung aus roh und gekocht. Manche vertragen gar nichts Rohes, evtl. geht ein grüner Smoothie. Gekochte und dann erkaltete Stärkeprodukte (Kartoffeln, Reis, Kochbananen) bieten wertvolle resistente Stärke.

Darmspülungen, Verstopfungen

Darmspülungen und Einläufe habe ich zwar auch schon alles hinter mir, brauche es allerdings nicht mehr im Geringsten, seit ich mich für mich persönlich „artgerecht“ ernähre, denn nun ist auch mein Darm zufrieden und alles läuft rund. Sie können bei chronischen Verdauungsproblemen aber unterstützend wirken, wenn durch Gasbildung und Verstopfungen der Körper zu stark mit Schadstoffen belastet wird (die ins Blut diffundieren). Wichtig ist trotz dieser Maßnahme, weiterhin an der Wurzel des Übels zu arbeiten und dafür zu sorgen, dass es im Darm langfristig wieder rund läuft. Für sich genommen können Darmspülungen den Darm nicht heilen!

Verstopfungen können ein Hinweis sein auf:

-Zu wenig Bewegung

-Veränderte Darmflora

-Magnesiummangel

-Dehydration durch zu wenig Wasser trinken

-Hormonelle Probleme

-Stress

-Unregelmäßige Mahlzeiten

-Falsche Ernährung

-Zu wenig Magensäure

-Zu wenig Fett in der Ernährung

 

Schadstoffe binden

Eine weitere wichtige Maßnahme ist die regelmäßige Einnahme von Schadstoff bindenden und reinigenden Stoffen. Wir ernähren uns heutzutage viel zu clean. Früher hat man z.B. mit seinem Wurzelgemüse immer ein bisschen Erde mitgegessen. Gesunde Erde enthält wichtige Bakterien für unseren Darm, Tonerde enthält wichtige Mineralien und wirkt reinigend, auch histaminbindend (durch die Darmflora gebildetes oder mit der Nahrung aufgenommenes Histamin). Hier gibt es:

Klinoptilolith (Zeolith)

Bentonith

Heilerde (je feiner, desto besser)

Aktivkohle (nehme ich zur Toxinbindung gerne ein, wenn ich auswärts Fleisch esse wo ich nicht weiß, wo es herkommt. Da habe ich nämlich schon sehr schlechte Erfahrungen gemacht, die in starkem Durchfall, Erbrechen, Neurodermitisausbruch, Brainfog und Erschöpfung resultiert sind)

Diatomeenerde (Kieselgur), sehr gut gegen innere Parasiten und Candida

 

Auch der Mund gehört zum Darm!

Wichtig zu beachten ist auch, dass unser Darm bereits im Mund beginnt! Hier beginnt bereits eine krankhafte Veränderung der Bakterienzusammensetzung durch zuviel Zucker und andere Kohlenhydrate. Gleichsam müssen unsere guten Bakterien und unsere Mundschleimhäute geschützt werden vor Dingen wie zum Beispiel aggressiven Tensiden, weswegen ich zu Zahnpasta ohne Sodium lauryl oder -laurethsulfat rate. Anregungen zur schonenden und naturnahen Mundhygiene findest du hier. Seitdem habe ich auch weniger Neurodermitisneigung in meinen Mundwinkeln. Auch muss ich besonders aufpassen, da ich Retainer hinter meine Schneidezähne geklebt habe seit einer kieferorthopädischen Behandlung (ich bin mehr und mehr darüber am Nachdenken, sie entfernen zu lassen). Die Gefahr, dass sich hier ungesunde Keime sammeln und solche Stellen, an die man schlecht drankommt bei der Zahnpflege zu wahren Brutstätten an krankmachenden, toxinproduzierenden Bakterien werden, ist ziemlich hoch. Aus diesem Grund werden auch tote, wurzelbehandelte Zähne als Risikofaktor für Krebs angesehen. Falls noch nicht geschehen, lass baldmöglich eine Untersuchung beim Zahnarzt machen, ob vielleicht verborgene faule Stellen bestehen, die unbedingt behandet werden müssen, um diese chronische Dauerbelastung für deinen gesamten Körper (durch Verschlucken und Resorption über die Schleimhäute) auszuschalten! Ein fauler Zahn ist gleichzusetzen mit einer chronischen Infektion und sehr belastend für dein Immunsystem. Nur lasse dir bitte keine Amalgamfüllungen einsetzen, um nicht eine Belastung der anderen Art, nämlich durch Quecksilber, zu bekommen.

Wie lange dauert eine Darmsanierung?

Wenn du bereits nennenswerte Beschwerden hast oder schon mit gesundheitlichen Problemen auf die Welt gekommen bist, kann es dauern, Experten geben einen Zeitraum von ein bis zwei Jahren an, bei möglichst konsequenter Durchführung der Sanierung und eines antientzündlichen Lebensstils. Bei mir hat es ca. anderthalb Jahre gedauert (allerdings habe ich auch Fehler gemacht und musste vieles erst selbst herausfinden), aber jetzt bin ich im Grunde in der Lage, alles wieder zu essen (wenn ich die Lebensmittel rotiere und es mengenmäßig nicht übertreibe, dabei meine Darmaufbaumaßnahmen weiterführe. Gewisse Nahrungsmittel sind und bleiben einfach Kryptonit für mich, aber solange ich nicht über das Maß hinausgehe, das mein Körper ausgleichen kann, bzw. dazu bereit bin, einen kurzzeitigen und leichten Anstieg meines Entzündungslevels zu akzeptieren, kann ich mir auch mal etwas aus der Reihe erlauben), kann wie ein normaler Mensch arbeiten und Sport treiben und werde nur noch äußerst selten durch irgendwelche Symptome (wie Erschöpfung, Ausschlag, Schlafprobleme, Konzentrationsprobleme) davon abgehalten das zu tun, was ich mir vorgenommen habe.

Der gesunde Darm ist die Wurzel aller Gesundheit. ~Hippokrates, griechischer Mediziner, 300 vor Christus


Quellen:

  1. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15829425
  2. http://jama.jamanetwork.com/article.aspx?articleid=1151505
  3. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12052801
  4. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16128673
  5. http://www.greenmedinfo.com/blog/gaps-diet-histamine-intolerance
  6. Gut and Psychology Syndrome: Wie Darm und Psyche sich beeinflussen
  7. http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1365-2672.2007.03388.x/full
  8. McCole, D. F. (2010). The epithelial glycine transporter GLYT1: protecting the gut from inflammation. The Journal of physiology, 588(7), 1033-1034.
  9. Kozar, R. A., Verner-Cole, E., Schultz, S. G., Sato, N., Bick, R. J., DeSoignie, R., … & Moore, F. A. (2004). The immune-enhancing enteral agents arginine and glutamine differentially modulate gut barrier function following mesenteric ischemia/reperfusion. Journal of Trauma and Acute Care Surgery, 57(6), 1150-1156.

Weiteres zu dem Thema auf meinem Blog:

Schon- und Regenerationsphase

Richtige Ernährung

 

 

2 thoughts on “Darmsanierung

  • 5. April 2017 at 9:44
    Permalink

    Hi Du,
    ich habe vor einer Weile Deinen Blog gefunden, weil ich auf der Suche nach Kochbananen-Waffeln war – und Dein einfaches Rezept ist mir absolut das liebste mittlerweile. So lecker und einfach. Selbst meine Kleinkind-Tochter liebt die, und sie ist echt wählerisch mit „ökigem“ Essen.

    Seitdem lese ich mich quer bei Dir durch. Ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit dem Thema Darmgesundheit und neurologischen Erkrankungen wie Depressionen und Ängstem (aus eigenem Leidensdruck heraus, seufz). Ich habe das Gefühl, es werden immer mehr Informationen und es wird immer verwirrender. Eine Histaminintoleranz habe ich glaube ich nicht…aber vieles stimmt mit „meinen“ Themen überein. Haut, Darm und Hirn sind halt ein enges Geflecht.

    Was die Supplements betrifft, habe ich keine Ahnung, ob ich das eigentlich richtig mache. Zuwenig oder zuviel nehme. Die ganzen Kapseln und Tabletten pro Tag kommen mir langsam leicht bizarr vor.

    Ich vermute auch, ich habe ein Candida-Problem. Würde mich auch nicht wundern, denn ich habe die meiste Zeit meines Lebens extrem zuckerreich gegessen. Mehlzeug, Nudeln, Gebäck. Viele Antibiotika-Behandlungen. Nie gestillt worden. All das eben. Zu meinen schlimmsten Ernährungszeiten im Studium hatte ich einen Reizdarm (Auskunft der Hausärztin damals), bei einer Darmspiegelung wurde aber nix gefunden.

    Als Baby hatte ich eine Milcheiweiß-Allergie, von der ich nicht weiß, ob die eigentlich noch besteht. Und Kleinkind-Neurodermitis, wobei ich heute damit kaum noch Probleme habe. Eine Zeitlang habe ich milchfrei gegessen, aber das brachte irgendwie keine Änderung in Darm und Hirn. In zwei Wochen habe ich einen Termin bei der Heilpraktikerin. Mein Hausarzt nimmt meine diffusen Beschwerden nämlich überhaupt nicht ernst. Seit 10 Jahren bekomme ich Antidepressiva verschrieben, die ich seit einem Jahr ganz langsam absetze. Geholfen haben sie nicht.

    Jedenfalls – deine Seite finde ich sehr hilfreich und bin froh, Dich gefunden zu haben. Auch wenn es wohl noch lange dauern wird, bis ich mir einen sinnvollen Reim auf all die Infos gemacht habe.

    Danke dafür!

    Reply
    • Doro
      5. April 2017 at 11:12
      Permalink

      Hallo Grete,
      danke für deinen langen Kommentar und dein Lob, das freut mich sehr zu hören! Wow, da hast du ja auch schon einen langen Leidensweg hinter dir… Ja, Depressionen und Angstzustände waren bei mir auch so ein Thema. Das Gehirn ist leider auch nur eins von vielen Organen, das Opfer chronischer Entzündungen werden kann, aber hier kann man ganz viel mit Lebensstil machen (Histamin muss nicht Schuld sein, aber andere Immunzellen). Ich finde es sehr beachtlich, dass du diese Herausforderung angehst.
      Dir weiterhin alles Gute! =)
      LG,
      Doro

      Reply

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